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Mobilität:Radschnellweg in Richtung Osten

eRadschnellweg Göttingen

Eine schnelle Radroute soll es zwischen München und dem Ebersberger Land geben.

(Foto: dpa)

Eine Trasse über Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim bis ins Ebersberger Land soll eine Alternative zum Autoverkehr bieten.

Von Martin Mühlfenzl

Vor allem am frühen Morgen wird unter der Woche deutlich, welcher Druck im Osten des Landkreises und der Landeshauptstadt entstehen kann. Wenn sich auf der A 94 die Blechkarawane im morgendlichen Berufsverkehr vom München-Steinhausen bis zum Autobahnkreuz München-Ost staut. Dem wollen der Landkreis München und die Stadt nun durch ein ehrgeiziges Projekt etwas entgegensetzen: mit einem Radschnellweg vom Altstadtring über die Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim bis in den Landkreis Ebersberg nach Poing und Markt Schwaben.

Der Ausschuss für Bauen und Schulen des Münchner Kreistags hat nun den Weg für den Rad-Highway frei gemacht und einer Sonderbaulast durch den Landkreis zugestimmt; entsprechende Vereinbarungen auf dem Gebiet der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim sollen zügig geschlossen werden. Mit einem positiven Bescheid des Münchner Stadtrates zugunsten des Projektes wird im Herbst dieses Jahres gerechnet.

Eine Machbarkeitsstudie, die im Frühjahr dem Kreistag vorgelegt worden ist, sieht eine sogenannte Best-Variante vor, die in den Landkreisen München und Ebersberg größtenteils entlang der S-Bahnlinie 2 führen soll. Südlich des Aschheimer Ortsteils Dornach an der S-Bahn-Trasse soll der Radschnellweg am Umschlagbahnhof beginnen und von dort aus über das Gelände der Kiesgrube in den Kirchheimer Ortsteil Heimstetten führen und weiter an der S-Bahn entlang bis nach Poing und Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg.

Allein die Bauplanung kostet 1,8 Millionen Euro

Aus Sicht des Landkreises München und Landrat Christoph Göbel (CSU) stellt dieses Projekt einen "integralen Bestandteil zur Förderung des Radverkehrs im Münchner Osten" dar. Bei einem gemeinsamen Termin mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden, Thomas Glashauser (Aschheim, CSU), Andreas Janson (Feldkirchen, UWV) und Maximilian Böltl (CSU), im Mai hatten sich Mitarbeiter der Verwaltung im Landratsamt und alle Beteiligten dem Vorhaben positiv gegenüber gezeigt und eine "schnelle Umsetzung" gefordert, wie Göbel sagte.

Für das Projekt kann auf Grundlage der sogenannten Verwaltungsvereinbarung Radschnellwege 2017 bis 2030 ein Förderantrag gestellt werden. Dies ist angesichts der zu erwartenden Kosten auch zwingend erforderlich, denn das Münchner Landratsamt rechnet allein bei der Bauplanung mit einem Finanzierungsbedarf von etwa 1,8 Millionen Euro - nur für die Trasse im Landkreis München. Die Behörde geht allerdings davon aus, dass das Bundesverkehrsministerium bis zu 75 Prozent der Planungskosten übernehmen wird, somit müsste der Landkreis etwa 450 000 Euro finanzieren. Die Baukosten für die acht Kilometer lange Trasse im Landkreis, von der 7,8 Kilometer laut Machbarkeitsstudie tatsächlich als echter Radschnellweg realisiert werden können, belaufen sich Schätzungen zufolge auf nahezu 15 Millionen Euro.

Die Trasse von München bis in den nördlichen Landkreis Ebersberg ist allerdings nicht die einzige Radverbindung, die im Osten Isarmetropole derzeit im Gespräch ist. Mehrere Vertreter der Grünen aus der Landeshauptstadt und den Landkreisen setzen sich für eine einfache Verbindung über die Gemeinde Haar bis in die Kreisstadt Ebersberg ein, die in weiten Teilen entlang der S-Bahn-Linie 4 führen soll. Ein Vorhaben, das auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) unterstützen.

© SZ vom 19.07.2021/sab
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