Süddeutsche Zeitung

Putzbrunn:Umstrittener Schulstandort

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Putzbrunn entscheidet kommende Woche, wo das Gymnasium entsteht. Vieles deutet auf einen Bau an der Oedenstockacher Straße hin. Bauausschuss und Gemeinderat sollen trotz der Corona-Krise tagen

Von Stefan Galler, Putzbrunn

Das ganze Land und folglich auch der Landkreis München stehen still, dennoch müssen auf kommunalpolitischer Ebene Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. So manche Gemeinde hält deshalb trotz der Ausgangsbeschränkungen Sitzungen ab. In Putzbrunn etwa geht es am Dienstag in Gemeinderat und Bauausschuss um Abstimmungen, die nicht aufgeschoben werden können, darunter die mit Spannung erwartete Entscheidung, wo das neue Gymnasium gebaut werden soll.

"Ich habe sowohl vom Landratsamt, als auch vom Bayerischen Gemeindetag die klare Ansage bekommen, dass wir diese Punkte behandeln müssen", sagt Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). "Deshalb habe ich die Fraktionssprecher am vergangenen Montag eingeladen und ihnen erklärt, dass diese Sitzungen stattzufinden haben."

Konkret geht es im Bauausschuss kommende Woche um drei Anträge, bei denen Fristen eingehalten werden müssen. Darüber hinaus soll der Gemeinderat den neuen Flächennutzungsplan absegnen, und zwar, bevor er sich in neuer Zusammensetzung konstituiert. "Das haben wir so entschieden und das wollen wir auch umsetzen", sagt Klostermeier. Auch die anvisierte Großraumzulage für die Angestellten der Gemeinde werde behandelt, "damit unsere Beschäftigten nicht im Unklaren bleiben".

Und dann ist da eben noch die Standortentscheidung für das Gymnasium, das vom Bayerischen Kultusministerium auf Antrag des Landkreises bereits bewilligt worden ist und zeitnah im Ortsteil Waldkolonie entstehen soll. So langsam zeichne sich ein Stimmungsbild ab, sagt Klostermeier und klingt ein wenig zerknirscht. Denn offenbar formiert sich eine Mehrheit für jene Alternative, die nicht seine präferierte ist. Der Rathauschef tendiert zu dem als Standort eins bezeichneten Areal an der Münchner Straße zwischen der Tannenstraße und dem Kreisverkehr vor dem Terrassenhaus. "Dort hätten wir die Möglichkeit, das Gymnasium bei Bedarf auszubauen oder auch eine zweite Grundschule daneben zu bauen und Synergien wie eine gemeinsame Turnhalle zu nutzen", sagt Klostermeier. Auch die Nachbarschaft zu einem möglichen Bürgerpark, den er dort gerne errichten lassen möchte, könnte gut passen.

Andere Fraktionen haben dagegen Sympathien für Standort zwei an der Oedenstockacher Straße gegenüber dem Gewerbegebiet. Für diesen hatten sich etwa die Freien Wähler bereits in der Gemeinderatssitzung im Februar stark gemacht. Auch bei der Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP) bevorzugt laut Gemeinderat Walter Hois eine Mehrheit bislang diese Option. Die CSU äußerte sich am Freitag via Pressemitteilung: Man habe eigens eine Online-Umfrage gestartet und auch die Meinung von Bürgern abgefragt, die über keinen Internetanschluss verfügten. Am Ende kristallisierte sich eine Mehrheit für die Oedenstockacher Straße heraus. "Wir haben nun ein klaren Impuls aus der Bevölkerung bekommen, und werden am Dienstag ohne Fraktionszwang und nach bestem Wissen und Gewissen über den Standort abstimmen", sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Eduard Boger.

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Quelle:
SZ vom 28.03.2020
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