Putzbrunn:Ein integratives Leuchtturmprojekt

Die Gemeinde plant ein Haus für Kinder und Senioren. Das Grundstück hat man schon, jetzt geht es um die Details

Von Stefan Galler, Putzbrunn

In der Gemeinde Putzbrunn werden die Pläne für ein neues Kinderhaus weiter vorangetrieben. Das gleiche gilt für das Vorhaben, am geplanten Standort gegenüber dem Terrassenhaus an der Münchner Straße am Dorfeingang eine Einrichtung für Senioren zu schaffen. Einen einstimmigen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat längst gefasst, nun geht es darum, detailliert festzulegen, wie die beiden Konzepte miteinander in Einklang zu bringen sind. "Wir wollen einen integrativen Ansatz, der beide Einrichtungen einbezieht", sagte nun Eduard Boger, Fraktionschef der CSU. "Das könnte ein Leuchtturmprojekt werden und soll auch architektonisch ansprechend sein."

Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) sagte, es bestehe über Kinderbetreuung hinaus Bedarf: "Was Seniorenhäuser angeht, so gibt es in unserer Gemeinde nur das privat organisierte Betreute Wohnen in der Waldkolonie, aber keine Seniorenresidenz, in der zum Beispiel ältere Alleinstehende wohnen, die Gesellschaft möchten."

Klar ist laut Klostermeier bereits, dass in diesem noch im Detail zu planenden Gebäude insgesamt vier Kindergruppen eingerichtet werden sollen, je zwei davon für Krippenkinder unter drei Jahren und für Kindergartenkinder zwischen drei und fünf Jahren. "Wir müssen in die Zukunft investieren, derzeit können wir zwar noch alle Kinder betreuen", sagte der Rathauschef, verwies aber auf die neuen Wohngebiete, etwa an der Parkstraße, in Solalinden oder auf dem Winterholler Grundstück an der Oedenstockacher Straße: "Wir müssen damit rechnen, dass die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren deutlich steigen wird. Und da sollten wir immer noch in der Lage sein, alle Kinder zu betreuen." Knackpunkt sei weiterhin, das entsprechende Personal zu rekrutieren. "Ohne Anreize, etwa in Form von günstigem Wohnraum oder Großraumzulagen, hätte man hier praktisch keine Chance", so Klostermeier. Deshalb sollen in dem Gebäude Wohnungen für Pflegekräfte beziehungsweise Erzieherinnen geschaffen werden.

Was die Wohnformen für Senioren angeht, die dort untergebracht werden sollen, so lässt sich die Gemeinde vom Kreisverband München Land der Arbeiterwohlfahrt und der Genossenschaft Maro (Miteinander aber richtig organisiert) beraten; beide Organisationen waren bereits im Gemeinderat zu Gast, um über Konzepte auf diesem Gebiet zu informieren. So hat die Maro etwa in Oberhaching die Demenz-WG "Am Kyberg" realisiert, in Unterhaching das Mehrgenerationen-Wohnen "Biberbau an der Stumpfwiese".

"Wir wünschen uns ebenfalls ein integratives Wohnprojekt, in dem sich auch jüngere Leute engagieren", sagte Eduard Boger. Eine Demenz-WG wie in Oberhaching könne er sich gut vorstellen, wobei hier zu überlegen sei, wie man eine solche Wohnform, die eine 24-Stunden-Betreuung erfordere, organisieren könne. Details dazu, etwa ob ein fester Träger mit ins Boot geholt werde oder ob die Angehörigen in Form einer Genossenschaft die Einrichtung selbst organisieren und ein Träger lediglich als Dienstleister gebucht wird, seien noch nicht geklärt, so der CSU-Politiker weiter.

Was die Finanzierung angeht, so ist man in Putzbrunn fein raus, weil der Grund als ein mögliches Areal für das neue Gymnasium gekauft wurde, das nun aber ein paar hundert Meter weiter in der Waldkolonie entstehen wird. "Die Grundstückspolitik der Gemeinde zahlt sich jetzt aus, da uns das Gelände bereits gehört, sind hier Preissteigerungen auszuschließen", sagte der Bürgermeister, der generell auf solide Finanzen blicken kann: "Wir leiden nicht unter coronabedingten Steuerausfällen, eher im Gegenteil, wir verzeichnen sowohl bei der Gewerbe- als auch bei der Einkommenssteuer eher höhere Einnahmen", sagte Klostermeier.

© SZ vom 02.08.2021
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