Oscar Salvatierra Limpias klingt am Telefon in Santa Cruz de la Sierra ziemlich verzweifelt. „Ich weiß nicht, was wir jetzt tun sollen“, sagt der 44-Jährige in fließendem Deutsch. Bis Ende voriger Woche arbeitete Salvatierra als Lagerlogistiker für den Fruchthandel Burkert in der Großmarkthalle in München. Er wurde als zuverlässiger, zupackender Kollege geschätzt. Seine Frau Patricia war als pädagogische Hilfskraft in einer Kindertageseinrichtung in Waldperlach tätig. Die beiden acht- und neunjährigen Töchter Isabela und Sofia fühlten sich in der Grundschule Putzbrunn wohl und hatten gute Noten. Sie waren dabei, sich fern ihrer Heimat Bolivien ein neues Leben in Deutschland aufzubauen. Doch dazu kam es nicht.
AbschiebungenAus dem neuen Leben gerissen
Lesezeit: 7 Min.

Integration schützt nicht vor Abschiebung – das zeigt das Beispiel der Familie Salvatierra aus Putzbrunn bei München: Vater und Mutter haben feste Jobs, die Töchter gute Noten in der Schule. Dennoch werden sie kurzerhand nach Bolivien abgeschoben. Arbeitgeber, Mitschüler und Bekannte sind entsetzt.
Von Daniela Bode und Irmengard Gnau
