Pullach:Zeit für neue Denkanstöße

Petra Bock Autorin

Petra Bock, 51, leitet ihre eigene Coaching-Akademie. Bekannt geworden ist sie vor allem mit ihrem 2011 veröffentlichten Werk "Mindfuck", es sollten zahlreiche weitere Werke und Bestseller zum Thema Coaching folgen.

(Foto: Privat)

Die Autorin Petra Bock spricht über ihre Coaching-Methoden

Von Leo Kilz, Pullach

Petra Bock, 51, ist Management-Beraterin, Transformationsforscherin und Autorin. An diesem Montag, 11. Oktober, ist sie von 19 Uhr an zu Gast im Pullacher Bürgerhaus und will neue Denkanstöße geben - wie in ihrem 2020 veröffentlichten Buch "Der entstörte Mensch" .

SZ: Ist eine Lesung bei Ihnen noch ein Lesung oder schon Coaching?

Petra Bock: Coaching, auf jeden Fall! Ich werde nicht aus dem Buch lesen. Mir geht es darum, meinem Publikum neue Denkmuster zum Nachdenken über neue Lösungen näher zu bringen. Ich rufe auch dazu auf, meine Methoden auf eigene Themen aus dem Job, der Gesellschaft oder dem Alltag anzuwenden.

Also ein Workshop, mit Flipchart und Filzstift?

Nein, nein, ein Flipchart brauchen wir nicht. Bei mir kann man sich entspannt zurücklehnen. Die Arbeit findet im Kopf statt, es geht ja um das Denken an sich.

In Ihrem Buch versichern Sie, dass es möglich ist, Denkmuster, die sich über 12 000 Jahre in das Menschliche Bewusstsein gebrannt haben in 20 bis 30 Jahren über Board zu werfen. Woher nehmen Sie diesen Optimismus?

Große Umbrüche in der Weltgeschichte sind immer in wenigen Jahrzehnten erfolgt. Die Idee der Demokratie gab es zwar schon lange, diese revolutionäre Idee dann auch tatsächlich einzuführen, hat nur wenige Jahrzehnte gedauert. Oder nehmen Sie die Umweltbewegung. Als die ersten Grünen in den 80er Jahren auf die Straße gingen, war das ein versprengter und belächelter Haufen. Heute möchte jeder grüne Politik machen, zumindest fast jeder.

Ihr Buch soll also eine Art erster Anstoß für ein neues Zeitalter des Denkens sein?

Ja, das hoffe ich! Meinen Optimismus, dass das gelingen kann, ziehe ich auch aus den Workshops, die ich in großen Unternehmen gebe. Die Bereitschaft zu einem Aufbruch, einer Veränderung ist da. Oft dort, wo wir es nicht erwarten würden.

In Kabul, Neu Delhi, Berlin, Warschau werden Humanismus und Menschenrechte unterschiedlich wahrgenommen. Denken wir nicht zu verschieden für Ihre Vision?

Ich glaube, wir unterschätzen andere Kulturen oft. Auch in autoritären Regimen und in fremd und andersartig wirkenden Kulturkreisen sind die Anknüpfungspunkte für einen Wandel oft viel besser, als wir glauben. Überall denken Menschen über eine bessere Welt nach. Ich war zum Beispiel sehr erfreut und fast ein bisschen überrascht, dass meine Bücher in China veröffentlicht wurden und auch sehr positive Reaktionen hervorgerufen haben. Natürlich würden meine Ideen bei den Taliban und in Nordkorea kaum durchdringen, aber viele Gesellschaften sind bereit, sich an die eigene Nase zu fassen. Und die westliche Kultur hat übrigens auch allen Grund dafür.

Sind Sie ein entstörter Mensch?

Nicht immer. Aber mittlerweile ziemlich oft. Besonders in Stresssituationen fallen wir alle immer wieder in die alten Denkmuster zurück. Die Frage ist dann, wie wir es bemerken und wie wir damit umgehen können. Auch das möchte ich erklären.

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