Pullach WIP fordert neues Bad am alten Standort

Von Michael Morosow, Pullach

Das Gras auf der Kuhwiese in Pullach wird wohl noch oft gemäht werden, bis an seiner Stelle das neue Pullacher Freizeitbad hochwachsen wird - wenn überhaupt. Der Gemeinderatsbeschluss für einen circa 20 Millionen teuren Neubau liegt seit Monaten auf Eis. Und dort soll er auch bleiben, wenn es nach der Gruppierung "Wir in Pullach" geht. In einem Antrag an den Gemeinderat fordert die WIP recht unvermittelt, die Planungen für einen "unverzüglichen" Bau eines Schwimmbades auf dem bisherigen Standort an der Hans-Keis-Straße mit höchster Priorität aufzunehmen. Die laufenden Planungen für den Bau auf der Kuhwiese sollen laut WIP eingestellt, der entsprechende Gemeinderatsbeschluss aufgehoben werden.

Der jetzige Schwimmbadbetrieb solle dabei so lange wie möglich und finanziell sinnvoll aufrechterhalten werden, heißt es im Antrag der WIP, den sie im Wortlaut als Pressemitteilung verschickt hat. Die Kuhwiese soll danach eine wichtige Grün- und Vorratsfläche und somit als Gemeindevermögen erhalten werden. Es sei unvermeidlich, dass das jetzige Schwimmbad in den nächsten Jahren betriebsbedingt geschlossen werden müsse, die Aufrechterhaltung des Betriebs verursache schon jetzt jährliche Kosten in Höhe von circa 1,5 Millionen Euro, und diese würden wegen der sich stetig verschlechternden Substanz weiter steigen. Zudem sei der Schwimmbadstandort Kuhwiese im Orts- und Entwicklungsplan mehrheitlich abgelehnt worden, heißt es in der Antragsbegründung der WIP, die mit diesem Vorstoß offenbar in den Kommunalwahlkampf einsteigt.

Für den bisherigen Standort Hans-Keis-Straße sprächen dagegen gute Argumente, schreibt die WIP. So existiere dafür bereits ein gültiger Bebauungsplan, und je eher gebaut werde, desto weniger schlage die allgemeine Baukostensteigerung durch. Außerdem würde sich die Gemeinde Kosten für Erschließung, Gutachten, Anwalt und Gericht sparen, schreibt die WIP und erinnert daran, dass Nachbarn der Kuhwiese per Anwaltsschreiben bereits massiven Widerstand gegen den Bau des Freizeitbades angekündigt haben.