Probleme auf der Linie S7Pullachs Bürgermeisterin macht der Bahn Druck

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Die Bahnschranken sind seit Jahrzehnten ein Ärgernis in Pullach – aber längst nicht das einzige.
Die Bahnschranken sind seit Jahrzehnten ein Ärgernis in Pullach – aber längst nicht das einzige. (Foto: Claus Schunk)
  • Pullachs Bürgermeisterin Tausendfreund kritisiert die Deutsche Bahn wegen anhaltender Probleme auf der S7-Linie wie Verspätungen, Ausfälle und lange Schrankenschließzeiten.
  • Die DB räumt Probleme ein und verspricht Verbesserungen.
  • Tausendfreund fordert in einem zweiten Brief konkrete Termine und kritisiert, dass die Bahn nicht ausreichend auf Barrierefreiheit und Witterungsschutz eingeht.
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Nach mehreren Beschwerden der betroffenen Gemeinden über Verspätungen und andere Missstände auf der S-Bahnlinie 7  gelobt die Deutsche Bahn Besserung. Doch Susanna Tausendfreund reichen die versprochenen Maßnahmen nicht.

Von Lisa Torjuul, Pullach

Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ist mit der Antwort der Deutschen Bahn auf ihren Brandbrief zur S-Bahnlinie 7 nicht zufrieden. In einem zweiten Brief stellt sie erneut Forderungen. Anfang Dezember hatte Tausendfreund in einem offenen Brief an die Bahn ein Ausmaß an Problemen beschrieben, das „nicht länger tragbar“ sei. Sie kritisierte Unpünktlichkeit und Ausfälle, mangelnde Barrierefreiheit, lange Schließzeiten von Schranken, unzuverlässige Informationssysteme und fehlenden Schutz vor Witterung an Haltestellen.

Die Bahn antwortete am 19. Dezember, die Situation sei ihr „sehr bewusst“. Maßnahmen seien geplant oder liefen bereits, allerdings bräuchten viele Schritte eine langfristige Vorbereitung. Grundsätzlich sei die S7 2025 pünktlicher gewesen als im Jahr zuvor. Um Unpünktlichkeiten zu vermeiden, sollen laut Bahn unter anderem die Langsamfahrstellen im Bereich Icking und bei Höllsriegelkreuth beseitigt werden. Hier komme es allerdings zu Verzögerungen.

Zum Thema Fahrgastinformation räumt die Bahn ein, dass der auf der Linie S7 eingesetzten Baureihe 424 bisher die dafür notwendige Fahrzeugortung fehlt. Alle Fahrzeuge sollten aber bis Juli 2026 entsprechend ausgestattet werden. Bis dahin habe die S-Bahn München Verspätungen der S7 „besonders in den Fokus genommen“. Zu Beschwerden über überlange Schließzeiten an Bahnübergängen schreibt die DB, es handle sich nur um wenige Einzelfälle. Diese seien meist darauf zurückzuführen, dass die S-Bahnlinie 20 direkt auf die S7 folgt. Die Bahn prüfe die Fälle und sensibilisiere Fahrdienstleister vor Ort.

Beim Thema Barrierefreiheit weist die DB auf das langfristige Ziel des Bayerischen Staatsministeriums hin, Bahnsteige im S-Bahn-Netz entsprechend auszubauen. In Summe ermöglichten die Fahrzeuge vom Typ 424 ein „Mehr an Barrierefreiheit“, so die Bahn. Die Situation der Wegeführung am Münchner Hauptbahnhof solle sich außerdem mit der nächsten Bauphase verbessern. Beim Witterungsschutz an den Haltestellen sieht die Bahn hingegen keine Mängel.

Die Bürgermeisterin vermisst klare Aussagen zum Zeitplan

Die Pullacher Bürgermeisterin stellen diese Antworten nicht zufrieden. In einem Schreiben vom 7. Januar fordert sie die DB auf, konkrete Zeitpunkte zu nennen, an denen die Langsamfahrstellen beseitigt und die Baumaßnahmen an den Haltestellen fertiggestellt sein werden. Auch äußert sie Unverständnis, dass es „nach über einem Jahr ihres Einsatzes“ noch ein halbes Jahr dauern soll, bis in die Züge die notwendige Ortungstechnik eingebaut wird.

Bei den Bahnübergängen sieht die Bürgermeisterin entgegen der Bahn zudem „durchaus einen weiteren Optimierungsbedarf“. Es sei auch „nicht befriedigend“, dass konkrete Lösungen für die Probleme an den Bahnübergängen fehlen. Außerdem widerspricht sie der DB in Bezug auf den Witterungsschutz an Haltestellen: Die oberirdischen Bahnsteige seien teils schlecht geschützt und lange Wartezeiten dort je nach Witterung „für viele Fahrgäste unzumutbar“. Tausendfreund kritisiert auch, dass die DB nicht auf die konkreten Schwierigkeiten mit der Barrierefreiheit eingeht, die sie im früheren Schreiben thematisiert hatte.

Schon Ende September hatte der Baierbrunner Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) sich in Absprache mit anderen Gemeinden bei der DB über „unhaltbare“ Zustände beschwert. Nachdem die S7 im Dezember 2024 von der Stammstrecke entkoppelt wurde, habe sich die Situation zwar kurzzeitig gebessert. Im zweiten Halbjahr 2025 sei sie aber gravierend schlechter geworden.

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