Pullach:Keine Ausnahme fürs Familienzentrum

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Die Gemeinde will bei der Konzeption der Einrichtung den Bebauungsplan einhalten.

Von Michael Morosow, Pullach

Die Pläne für ein neues Familien- und Seniorenzentrum mit Großtagespflege für Kinder in der Gemeinde Pullach nehmen Gestalt an. Eine zu massive Gestalt aber, wie eine knappe Mehrheit des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung entschied. Damit ist die Gemeindeverwaltung gezwungen, hier und dort die Maße des Baukörpers nach unten zu korrigieren und nicht, wie es im Beschlussvorschlag hieß, den Bebauungsplan anzupassen. "Die Gemeinde sollte Vorbild sein und Flächenversiegelungen gering halten", hatte Cornelia Zechmeister (WIP) davor gemahnt, während Fabian Müller-Klug von den Grünen in dieser Hinsicht gerne Nachsicht hätte walten lassen. "Wir schaffen einen maximalen Raum für gesellschaftlichen Nutzen", sagte er. Die Versiegelung sei zwar nicht schön, aber begründet.

Dass Pullach ein Familien- und Seniorenzentrum braucht, das hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung im Juli 2021 beschlossen und die Verwaltung beauftragt, geeignete Räumlichkeiten dafür zu suchen. Diese ist inzwischen an der Kreuzeckstraße im Pullacher Ortsteil Großhesselohe fündig geworden und hat auf der Grundlage der für das Vorhaben benötigten Flächen einen Musterkörper entwickelt, der dereinst Platz auf dem 1765 Quadratmeter großen Grundstück finden soll. Mit dem ersten Spatenstich wird im Jahr 2025 gerechnet, laut Kostenschätzung muss die Gemeinde dafür 3,7 Millionen Euro aufbringen, will aber aufgrund der teils eskalierenden Material- und Baupreisentwicklung 15 Prozent mehr einplanen.

Im zweiten Stock und unter dem Dach entstehen Personalwohnungen

Mit diesem Geld soll ein generationsübergreifendes, örtliches Begegnungszentrum als offene Anlaufstelle für Familien und Senioren in all ihrer Vielfalt entstehen in einer barrierefreien kind- und seniorengerechten Umgebung. Und da im Bereich von Großhesselohe derzeit kein Angebot für eine Kleinkinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren besteht, soll im Erdgeschoss des vierstöckigen Gebäudes eine Ganztagespflege mit zwei Gruppen für je maximal zehn Kindern geschaffen werden. Das Seniorenzentrum soll sich im ersten Stock ausbreiten und im Kellergeschoss, wo außerdem 13 Parkplätze untergebracht werden. Im zweiten Stock und im Dachgeschoss sollen Personalwohnungen Platz finden.

Sebastian Westenthanner (CSU) äußerte Zweifel am Standort, den er lieber in der Ortsmitte sähe wegen der Nähe zu den Altenheimen und Seniorenwohnungen. Nach Meinung von Marianne Stöhr (Grüne) ist der Standort allerdings perfekt, trage er doch zur Belebung des Wöllnerplatzes bei. Und um eine zu große Versiegelung der Fläche zu verhindern, schlug sie vor, die Tiefgarage auf zwei Geschosse zu verteilen. Der Beschluss des Gemeinderates, den Bebauungsplan einzuhalten, wurde mit zehn gegen neun Stimmen getroffen.

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