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Pullach:Die Schwimmsaison ist gerettet

Pullach, Freizeitbad, Hallenbad und Freibad

Das Pullacher Freizeitbad ist doch nicht so gefährlich, wie es zunächst hieß.

(Foto: Angelika Bardehle)

Das marode Pullacher Freizeitbad darf doch öffnen - und während des Neubaus soll es ein Provisorium geben.

Von Michael Morosow, Pullach

Der Wetterbericht verspricht für die kommende Woche viel Sonnenschein, im Pullacher Freizeitbad dürfen sich entgegen ursprünglicher Befürchtungen doch Badegäste im Wasser Abkühlung verschaffen. Und jetzt hat der Gemeinderat den Startschuss für den Neubau des Freizeitbades am bisherigen Standort gegeben und erwägt außerdem den Bau eines provisorischen Bades, damit niemand während der Bauarbeiten nicht auf dem Trockenen sitzen muss. Gute Nachrichten also für alle Badefreunde, die zuletzt hatten annehmen müssen, dass sie über Jahre hinweg in Pullach nur noch in der Isar planschen dürfen.

Der Leiter des Freizeitbades, Stefan Lontzek, wirkte zufrieden mit den Planungen der Gemeinde. Bereits am Dienstag kommender Woche werde das Freizeitbad wieder für mehr Gäste öffnen, kündigte er an. Während bislang maximal 20 Gäste gleichzeitig ins Außenbecken und 50 auf das Gelände dürfen, gibt es laut Lontzek von Dienstag an drei Zeitfenster à zwei Stunden für jeweils hundert Gäste. Das ist besser als gar nichts, gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es noch vor Wochen geheißen hatte, das alte Freizeitbad werde aufgrund von Sicherheitsmängeln überhaupt nicht mehr öffnen. Diese Hiobsbotschaft sei jetzt nicht mehr aktuell, sagte Tausendfreund am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Dennoch meldeten Cornelia Zechmeister (Wir in Pullach) und Andreas Most (Pullach plus) Bedenken gegen die Öffnung des Schwimmbades an. Der Gebäudeschutz sei in gewissem Maße zwar problematisch, sagte Stefan Miller von der Bautechnik im Rathaus, der Personenschutz aber sei durch die Installation von Rauchmeldern nunmehr gewährleistet.

Wie das neue Freizeitbad aussehen soll, was es kosten und wie lange es dauern wird, bis der Erste ins Becken springen kann, auf diese Fragen gibt es noch keine Antworten. Die Rathausverwaltung wird laut Beschluss einen "Vorschlag für die Konkretisierung der Zielkonzeption" erarbeiten, mit dem ein Wettbewerbsverfahren gestartet werden kann. Zur Vorbereitung und Begleitung dieses Verfahrens wird, so wurde ebenfalls einstimmig beschlossen, ein Planungsteam aus Rathausmitarbeitern und externen Beratern zusammengestellt werden. Auch der Arbeitskreis "Schwimmbad" des Gemeinderats wird weiter an den Planungen beteiligt, wie auch die Mitglieder des Jugendparlaments sich mit Vorschlägen einbringen dürfen.

Die Gesamtbauzeit für den Neubau des Freizeitbades beträgt nach Einschätzung der Verwaltung und der beteiligten Fachgutachter zwischen fünf und sieben Jahren, was einigen Gremiumsmitgliedern offenbar zu lange vorkommt. So dachte Zechmeister laut darüber nach, das Schwimmbad noch in dieser Amtszeit eröffnen zu dürfen. "Lasst uns den Weg erst mal beginnen, wir können anfangs der Planung nicht wissen, was am Ende herauskommt", sagte Kotzur, nachdem er mit Detailfragen überhäuft worden war. Fest steht, dass das neue Freizeitbad bestehen soll aus einem Schwimmbecken mit fünf Bahnen, einem Kombi- und einem Kinderbecken, einem Ganzjahresaußenbecken, einer Sauna mit fünf Kabinen, einer Gastronomie und möglicherweise einem Fitnessbereich.

Um den Schwimmbetrieb nicht über Jahre einstellen zu müssen, soll nun auf Vorschlag des Gemeinderats ein Interimsbad gebaut werden. "Dieses Provisorium ist keine Kleinigkeit, die kostet zwischen vier und fünf Millionen Euro", sagte Miller von der Bautechnik. Die CSU-Fraktion brachte den bereits im April im Gemeinderat gestellten Antrag, ein Interimsbad zu errichten, zur Wiedervorlage - aus Sorge, er würde sonst nicht behandelt werden, zog ihn schließlich wieder zurück. Die Überlegung von Christine Eisenmann, das Provisorium auf das Gelände der Liegewiese beim Gymnasiums zu stellen, wird aber geprüft.

© SZ vom 10.06.2021
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