Politikerstreit:CSU-Abgeordneter zeigt SPD-Bürgermeisterin an

Politikerstreit: Das war nicht geplant. Bürgermeisterin Müller diskutiert mit Bahnvertreter Herbert Kölbl (links), auch dabei: Ernst Weidenbusch und Alexander Dobrindt (rechts). Jetzt folgte die Anzeige Weidenbuschs.

Das war nicht geplant. Bürgermeisterin Müller diskutiert mit Bahnvertreter Herbert Kölbl (links), auch dabei: Ernst Weidenbusch und Alexander Dobrindt (rechts). Jetzt folgte die Anzeige Weidenbuschs.

(Foto: Schunk)

Der CSU-Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch fühlt sich von Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller verleumdet.

Von Bernhard Lohr, Haar

Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) hat seine Drohung vom Sommer wahr gemacht und Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) wegen Verleumdung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte am Freitag, dass sie gegen die Bürgermeisterin ermittelt. Anlass für den juristisch ausgefochtenen Streit ist der Besuch von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Mitte Juli am Haarer Bahnhof, der auf Einladung der CSU erfolgt war.

Als Müller auftauchte, sollen ihr CSU-Vertreter sehr deutlich gemacht haben, dass sie unerwünscht sei. Müller warf hinterher namentlich Weidenbusch vor, sie "zum Verschwinden aufgefordert" zu haben. Die Rede war auch davon, dass die SPD-Politikerin körperlich bedrängt worden sei.

Müller nahm ihre Behauptungen nicht zurück

Weidenbusch weist das als Lüge zurück. Seine Anzeige wegen "ehrenrühriger Behauptungen" erstattete der Abgeordnete nach eigener Aussage bereits im August, nachdem Müller nach einem Gespräch sein Angebot ausgeschlagen habe, die "frei erfundenen, wahrheitswidrigen Behauptungen" zurückzunehmen.

Er habe Müller eine Bilddokumentation vom gesamten Bahnhofs-Termin überlassen und Zeugen genannt, welche bestätigen könnten, dass es zu der von Müller beschriebenen Begegnung nicht gekommen sei. Müller habe auch nicht eingewilligt, ihre Behauptungen nur ihm gegenüber zurückzunehmen. Haars Bürgermeisterin reagierte überrascht auf die Nachricht vom Ermittlungsverfahren. Sie habe davon bisher nichts mitgekriegt. Die Angelegenheit liege jetzt bei ihrem Anwalt. "Den Vorwurf der falschen Tatsachenbehauptung weise ich entschieden zurück", sagte sie der SZ.

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