Meine Woche:Wettrennen in Gelb

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Meine Woche: Daniel Kleindienst wird mit wasserdichten Hosen in der Würm stehen.

Daniel Kleindienst wird mit wasserdichten Hosen in der Würm stehen.

(Foto: privat)

Daniel Kleindienst organisiert nach zwei Jahren Corona-Pause wieder das Entenrennen in Planegg.

Von Annette Jäger, Planegg

Keine Präsenztermine - das galt die letzten zwei Pandemiejahre auch für die gelben Plastikenten, die traditionell beim Planegger Entenrennen an den Start gehen. Zweimal konnten die Entchen nur digital gegeneinander antreten: Videos, auf denen die Enten im privaten Pool schwimmen oder eine Dachrinne hinuntersausen, wurden an den Martinsrieder Verein Miteinander e.V. gesendet - die besten Filme wurden prämiert. Groß ist die Freude bei den Organisatoren, dass die Enten dieses Jahr wieder gemeinsam ins Wasser dürfen, sagt Daniel Kleindienst vom Vereinsvorstand, der das Planegger Entenrennen mitorganisiert. An die 500 der gelben Plastikenten werden nach seiner Schätzung am Samstag, 10. September, um 14 Uhr an den Start gehen. Am Zieleinlauf an der Würmbrücke bei der Friedenskirche in Gräfelfing warten dann die Familien, ob ihre Ente - alle sind nummeriert - einen guten Platz ergattert. An die 800 Besucher waren es 2019.

Meine Woche: Zuletzt trieben 2019 die Enten in der Würm um die Wette.

Zuletzt trieben 2019 die Enten in der Würm um die Wette.

(Foto: Florian Peljak)

Wichtigste Aufgabe für die Organisatoren ist es wenige Tage vor dem Start, den Entenwagen wieder fit zu bekommen, sagt Kleindienst. Zwei Gitterwägen aus dem Großhandel müssen dafür zusammengebaut werden, sie sind die Sammelbehälter für die registrierten Enten , die am Renntag eingesammelt und von der Würmbrücke an der Germeringer Straße in Planegg ins Wasser geworfen werden. Da treiben sie dann rund einen Kilometer weit bis zur Friedenskirche. Die Organisatoren setzen in diesem Jahr erstmals auf Nachhaltigkeit: Neben neuen Enten, die diese Woche noch in Planegger Geschäften für fünf Euro zu kaufen sind, dürfen auch Recycling-Enten der vergangenen Jahre für drei Euro Startgebühr antreten. Mit dem Erlös des Festes wird eine halbe Diakoniestelle in der Kirche finanziert.

In der Pandemie ist der Kontakt etwas eingeschlafen

Die Organisation des beliebten Familienfestes ist dieses Jahr eine besondere Herausforderung, erfährt Kleindienst. Viele Helfer müssten erst wieder aktiviert werden, in den vergangenen zwei Pandemiejahren sei der Kontakt etwas eingeschlafen. Das Fest ist ein Kraftakt: Biertische, Kühlschränke, Toilettenwagen, Mülltonnen, Buden für den Essensverkauf sind am Samstag ab 8 Uhr morgens aufzubauen. Obendrein ist ein Zieleinlauf in der Würm zu kreieren: Im Wasser werden Holzbalken und ein Netz fixiert, damit die Enten "kanalisiert werden" und nicht im Uferbereich hängen bleiben, weiß Kleindienst. Bis alles nach dem Fest wieder aufgeräumt ist, wird es 22 Uhr werden. Viel Aufwand, der sich aber lohnt, meint der Organisator: "Wenn sich die Kinder alle auf der Brücke an der Kirche drängen und die ersten Enten auf der Würm in Sicht kommen, ist das eine tolle Stimmung." Er selbst wird an dem Tag mit wasserdichten Hosen in der Würm stehen und die ersten zehn Siegerenten einsammeln.

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