Planegg:Mehr Platz für Fußgänger und Radler

Lesezeit: 2 min

Planegg: In der neuen Martinsrieder Ortsmitte dominieren bisher die Autos.

In der neuen Martinsrieder Ortsmitte dominieren bisher die Autos.

(Foto: Catherina Hess)

Der Verkehr in der neuen Martinsrieder Ortsmitte soll neu geregelt werden. Zwei Varianten stehen zur Diskussion.

Von Rainer Rutz, Planegg

Der Kernbereich der neuen Martinsrieder Ortsmitte - die Röntgenstraße - soll verkehrsberuhigt werden. Im Planegger Gemeinderat wurden dazu jetzt zwei Varianten vorgestellt, die ein Gutachterbüro in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Es geht um den Bereich zwischen Einsteinstraße und dem neuen Kreisverkehr, in dem man heute zwar Tempo 30 fahren muss, der ansonsten aber kaum besonders geregelt ist. Die Gutachter haben gezählt: Etwa 400 Fußgänger überqueren während der Geschäftszeiten täglich das Straßenstück und rund 900 Radfahrer teilen sich die Straße mit Pkw und oft auch Lkw. Kritisiert wird nicht nur das oft zu hohe Tempo der Autos, es fehlen auch Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und eigene Wege für Radfahrer.

Schon einmal wurde über "Shared Space" diskutiert

Bei der Planung für die neue Ortsmitte konnte sich der damalige Gemeinderat nicht zu einer radikaleren Lösung durchringen, obwohl die Architekten dazu geraten hatten. Diskutiert wurde damals ein so genannter "Shared Space"-Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleiche Rechte und Pflichten haben und nicht schneller als Tempo 20 fahren dürfen. Zumindest eine der beiden jetzt vorgestellten Lösungsansätze geht in diese Richtung. Martina Argyrakis und Andreas Löbe von der Rathausverwaltung stellten die Vorstellungen der Planer vor: Eine Fülle von baulichen Veränderungen, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, weniger Parkplätze und gestalterische Aspekte wurden angesprochen. Bei der zweiten Variante sind eine Zufahrt und ein Zugang von der Einsteinstraße nur noch für Radfahrer und Fußgänger möglich, Pkw müssen den Umweg über die Lochhamer und Fraunhoferstraße nehmen. Beide Varianten kosten zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro.

Andreas Löbe wies darauf hin, dass man bei der zweiten Variante in Kauf nehmen müsse, dass der Verkehr in der Lochhamer Straße zunehmen wird. Andererseits würde ein Schild "Anlieger frei" nichts nutzen: "Das ist kaum kontrollierbar." Die zweite Variante sieht deshalb am Eingang der Lochhamer Straße "einen Stöpsel für Pkw" vor. Im Gemeinderat wurden die Pläne im Grundsatz befürwortet. Gelobt wurde vor allem die "städtebauliche Aufwertung für Martinsried". Allerdings wurden auch Verbesserungen angemahnt - etwa für Radfahrer.

Einig war man sich auch darin, dass bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen nur in Verbindung mit einer Tempo-20- Zone Sinn ergäben. Die Varianten sollen nun vom Rathaus im Detail durchgearbeitet werden, bevor der Gemeinderat ein weiteres Mal darüber debattiert und dann eine Entscheidung fällen muss.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema