„Planeggs energetische Zukunft liegt im Isartal.“ Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) kündigte während einer Pressekonferenz im Rathaus an, dass die Gemeinde noch in diesem Jahr eine Geothermie-Partnerschaft mit Pullach eingehen werde. Zwölf Millionen Euro sind dafür bereits in den Etat eingestellt. „Zwei Jahre haben wir sondiert, Gutachten erstellen lassen, acht Sitzungen dazu abgehalten und rund 18 Stunden verhandelt“, rekapitulierte Nafziger.
All das geschah hinter verschlossenen Türen. Die Öffentlichkeit fragte sich daher, warum sich Planegg nicht den Geothermie-Plänen des Nachbarn Gräfelfing anschließen wollte. Die „historische Entscheidung für Pullach“, erklärte Nafziger jetzt, habe vor allem mit der langjährigen Geothermie-Erfahrung Pullachs zu tun. Die Gemeinde im Isartal wird seit 2005 flächendeckend mit Geothermie versorgt. Pullachs zweiter Bürgermeister Andreas Most betonte vor der Presse, die Kommunalgesellschaft IEP GmbH (Innovative Energie für Pullach) sei ein „erfolgreiches und komplexes Projekt“, das auch parteiübergreifend akzeptiert werde. Er sprach von einer „extrem hohen Akzeptanz in der Bevölkerung“.
Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Unsicherheit in der Energieversorgung sei ausschlaggebend für die Gründung der Kommunalgesellschaft gewesen, sagte Most. Helmut Mangold, Geschäftsführer der IEP, kündigte an, auf dem Weg von Pullach nach Planegg auch Neuried und den Planegger Ortsteil Martinsried in die Versorgung mit Geothermie einzubinden. Genaueres werde ein Vertrag regeln, den man noch im Frühjahr unterzeichnen wolle. Durch den Anschluss weiterer Gemeinden werde das Projekt insgesamt wirtschaftlicher.
Was die Anschlusskosten anbelangt, gab sich Nafziger zurückhaltend. Immerhin gilt es, eine Entfernung von etwa neun Kilometern zwischen Pullach und Planegg mit Rohrleitungen zu überbrücken. Aber, versicherte Nafziger: „Wir sind eine wirtschaftsstarke Gemeinde und haben auch in den nächsten Jahren keine Schulden. Wir können das jederzeit stemmen.“ Er sei sich im Klaren darüber, dass die jetzt im Planegger Finanzplan eingestellten rund zwölf Millionen Euro nicht ausreichten. Pullach hat bisher rund 75 Millionen Euro in die Geothermie gesteckt.
Das neue Fernwärmenetz wird der Gemeinde Planegg gehören
Nafziger wies daraufhin, „dass das neu geschaffene Netz dann Planegg gehört“. Er schließt eigene Bohrungen aus: „Wir arbeiten als Partner von Pullach und bekommen die Energie geliefert.“ Er sei davon überzeugt, dass Pullach ein fairer Anbieter sein werde. Für die Bürger sei eine bezahlbare Lösung in Sicht. Die bestehenden Blockheizkraftwerke in Planegg, durch die unter anderem Feuerwehr, Rathaus, Wohnanlagen und Familienzentrum seit Jahren mit Energie beliefert werden, könne man „problemlos anschließen“.
Wie geht es jetzt weiter? Zunächst, sagte Nafziger, werde man einen Gesellschaftsvertrag unterzeichnen. Im Aufsichtsrat sollen unter anderem Vertreter jeder Gemeinderatsfraktion sitzen. Und einen Namen für den Planegger Ableger der Pullacher IEP hat Nafziger schon in petto: EPM, das solle für „Energie Planegg Martinsried“ stehen. Bevor die Entscheidungen fallen, sollen die Planegger durch eine Informationsveranstaltung und öffentliche Gemeinderatssitzungen einbezogen werden.

