bedeckt München 11°

Pandemiebekämpfung:"Ich sehe das als Chance, meinen Teil beizutragen"

Soldat Patrick Finger von der Bundeswehruniversität in Neubiberg, hilft zurzeit bei Coronatests in Altenheim in Gräfelfing

Patrick Finger trägt auch bei seinem Einsatz im Seniorenheim Uniform.

(Foto: Privat)

Der Soldat Patrick Finger von der Bundeswehruniversität in Neubiberg hilft bei Corona-Tests in einem Altenheim in Gräfelfing

Interview von Daniela Bode, Neubiberg/Gräfelfing

Um die Seniorenheime im Raum München zu entlasten, helfen Soldaten der Bundeswehruniversität in Neubiberg bei Corona-Schnelltests in den Einrichtungen. Im Landkreis sind mittlerweile 28 Männer und Frauen in Uniform im Einsatz, unter anderem in Einrichtungen in Neubiberg, Aschheim und Gräfelfing. Die SZ sprach mit dem Soldaten Patrick Finger, der die Mitarbeiter des Rudolf-und-Maria-Gunst-Hauses in Gräfelfing unterstützt.

SZ: Sie helfen momentan bei Corona-Tests in einem Altenheim. Was haben Sie konkret zu tun?

Patrick Finger: Ich teste Besucher, die zu ihren Angehörigen kommen, und Mitarbeiter des Heims. Diese müssen momentan zweimal in der Woche einen Schnelltest machen und einmal in der Woche einen PCR-Test. Ich bin für die Schnelltests verantwortlich.

Wo nehmen Sie den Abstrich?

In der Nase, aber auch im Rachenbereich, wenn es jemandem sonst zu unangenehm ist.

Wie viele Tests sind es am Tag?

Das ist unterschiedlich. Da Besucher nur an drei Tagen kommen dürfen, hält es sich an den sonstigen Tagen in Grenzen. Im Schnitt dürften es 40 bis 50 täglich sein.

Sind Sie für die Aufgabe geschult worden?

Vorige Woche Montag haben wir eine Einweisung vom Gesundheitsamt bekommen. Wir sind in den sogenannten Siemens-Test eingewiesen worden, das ist einer der POC-Tests, von denen es viele verschiedene gibt. Da der hier im Heim verwendete Test ein anderer ist, bin ich hier auch noch einmal geschult worden.

Ist es knifflig, die Stäbchen richtig einzuführen und die Flüssigkeit auf die Teststäbchen aufzutragen?

Nein, es ist eigentlich kein Problem, das durchzuführen.

Wie lange helfen Sie täglich und insgesamt in dem Heim?

Ich bin jeden Tag von etwa 8 bis 16.30 Uhr hier tätig. Insgesamt soll der Einsatz vorerst drei Wochen dauern. Dann wird neu entschieden.

Wie sind die Rückmeldungen der Getesteten darauf, dass Sie mithelfen?

Man hört nur Positives. Die Angehörigen sind froh, dass wir vor Ort in den Heimen sind. So müssen sie zum Testen nicht in ein Testzentrum gehen, sondern haben das gleich hier unter einem Dach.

Warum machen Sie bei dieser sogenannten Amtshilfe mit?

Ich habe mich freiwillig gemeldet, weil ich es wichtig finde, Menschen zu zeigen, dass die Bundeswehr ihren Anteil an der Bewältigung dieser Ausnahmesituation leistet.

Bleibt denn Ihre eigentliche Arbeit als Soldat momentan liegen?

Nein. Ich arbeite in der Pressestelle der Bundeswehruniversität mit. Wegen der Corona-Pandemie gibt es keine Veranstaltungen, es fällt also etwas weniger Arbeit an.

Was bedeutet es Ihnen, so direkt bei der Bekämpfung der Pandemie mitzuhelfen?

Das bedeutet mir relativ viel. Auch bei mir in der Familie wie in der gesamten Gesellschaft gibt es unterschiedliche Meinungen zu den Impfungen. Die einen wollen sich impfen lassen, die anderen haben Angst davor. Ich sehe das als Chance, meinen Teil beizutragen, dass wir möglichst schnell wieder zu einer Normalität kommen. Dazu kann jeder seinen Beitrag leisten.

© SZ vom 17.02.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema