Zur Kunst des Politiker-Daseins gehört, große Bühnen für sich zu nutzen, um markige Botschaften auszusenden und sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Auf der großen Bühne kann aber auch eine eher beiläufig und leise ausgesprochene Botschaft ihre Wirkung entfalten, und ein nicht mehr ganz so konzentriertes Auditorium wieder wachrütteln. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) ist das am Sonntagnachmittag beim Neujahrsempfang seiner CSU gelungen, als er en passant seine neuerliche Kandidatur für 2026 ankündigte – und zunächst nur zögerlich Applaus im vollen Festsaal einsetzte.
Ein paar Tage später erklärt Loderer die Reaktion des Publikums damit, dass nach den vorangegangenen Vorträgen – es sprachen zunächst der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Florian Hahn und Benedikt Franke von der Münchner Sicherheitskonferenz – mutmaßlich bereits etwas Ermüdung eingesetzt habe. „Ich habe das ja auch nicht mit großer Geste verkündet, sondern recht beiläufig“, sagt Loderer auf SZ-Nachfrage.
Übertölpelt hat er seine Parteifreunde, und solche waren ganz überwiegend unter den Zuhörern, nach eigener Einschätzung nicht. Über seine Ambitionen, für eine vierte Amtszeit kandidieren zu wollen, habe er im Vorfeld mit dem CSU-Ortsverbandsvorsitzenden Theodor Fall gesprochen, versichert Loderer.

Zu seiner Entscheidung gut ein Jahr vor dem Wahltermin habe ihn der Rückhalt bewegt, den er aus der Bevölkerung, aber auch aus seiner Partei und der Rathausverwaltung verspüre. „Ich habe schon das Gefühl, dass meine Arbeit geschätzt wird“, so Loderer, der zugleich betont: Die Entscheidung über seine Nominierung für die Kommunalwahl im März 2026 aber liege natürlich bei den Mitgliedern des CSU-Ortsverbands.

