OttobrunnUnfallfahrer war bewusstlos

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Auf dem Tresen der Rezeption im Ottobrunner Stift Brunneck stehen noch Blumen, im Hintergrund ist die Verwüstung, die der Unfall in den Büros des Altenheims hinterlassen hat, deutlich zu erkennen.
Auf dem Tresen der Rezeption im Ottobrunner Stift Brunneck stehen noch Blumen, im Hintergrund ist die Verwüstung, die der Unfall in den Büros des Altenheims hinterlassen hat, deutlich zu erkennen. Claus Schunk

Der 18-Jährige, der mit seinem Auto in das Foyer des Stifts Brunneck gekracht ist, hatte offenbar gesundheitliche Probleme. Die verletzte Direktorin des Altenheims kann das Krankenhaus wieder verlassen.

Von Martin Mühlfenzl, Ottobrunn

Am Tag nach dem schweren Unfall am Ottobrunner Stift Brunneck, bei dem mehrere Menschen schwer verletzt worden sind, wird das Erlebte aufgearbeitet und aufgeräumt. Und es gibt gute Nachrichten: Die Direktorin des Hauses, die zunächst ins Klinikum gebracht werden musste, konnte am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen. Ein 18-Jähriger hatte am Mittwochnachmittag mit einem Land Rover den verglasten Eingangsbereich des Altenheims durchbrochen, fünf Menschen wurden dabei verletzt.

Nachdem am Mittwochabend noch vollkommen unklar war, weshalb der junge Mann mit seinem Fahrzeug gegen 16.45 Uhr von der Cramer-Klett-Straße in der Ottobrunner Ortsmitte abgekommen und in die Glasfassade des Heims gekracht war, hat die Polizei nun erste Erkenntnisse über den Unfallhergang. Demnach hielt der Fahrer an der Kreuzung zur Putzbrunner Straße an, als die Ampel auf Rot stand. Kurz darauf verlor er aus noch ungeklärter Ursache das Bewusstsein am Steuer. Daraufhin wurde das Auto unkontrolliert nach rechts gelenkt und stark beschleunigt, es streifte eine Mauer und fuhr danach ungebremst in die Glasfassade des Stifts. Erst im Gebäude kam das Fahrzeug zum Stehen.

Deutliche Spuren hat der Crash an dem Fahrzeug des 18-jährigen Verursachers hinterlassen.
Deutliche Spuren hat der Crash an dem Fahrzeug des 18-jährigen Verursachers hinterlassen. Claus Schunk

In den Büros hinter der Glasfassade hielten sich zum Zeitpunkt des Unfalls die Stiftsdirektorin und weitere Mitarbeiterinnen des Heims auf; die Leiterin und eine weitere Kollegin wurden von dem Auto erfasst und verletzt. Beide mussten ebenso wie der 18-jährige Unfallverursacher aufgrund ihrer Verletzungen zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Zwei weitere Personen, darunter nach Angaben der Ottobrunner Feuerwehr der Beifahrer, wurden leicht verletzt.

Den Einsatzkräften bot sich ein Bild der Verwüstung. "Aber es war super grandios, wie schnell sie vor Ort waren und gehandelt haben", sagt am Tag nach dem Unfall Anna Stielner, Pressesprecherin des KWA-Stifts Brunneck, die zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls im Hauptgebäude war.

Einen Tag später versuchen die Mitarbeiter und Bewohner im Stift wieder den Weg in die Normalität zu finden, auch wenn das schwer fällt und die Spuren des schrecklichen Unfalls im Eingangsbereich noch immer sichtbar sind. "Aber es sieht jetzt schon sehr viel besser aus. Wir sind am Aufräumen, haben schon neue Möbel bestellt", so Stielner. Auch ein Bauingenieur war schon da, um die Rezeption zu begutachten. Dieser konnte gut Nachrichten überbringen: Die Statik des Gebäudes hält. Befürchtungen, dass der Einschlag durch das massive Fahrzeug größere Schäden zur Folge haben könnte, hatten auch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr kurz nach dem Unfall. Sie räumten und sicherten vorsichtshalber sofort nach dem Unfall das direkt unter dem Eingang befindliche Schwimmbad des Stifts.

Der Schock unter den Mitarbeitern und Bewohnern sitze natürlich tief, sagt KWA-Sprecherin Stielner. Es werde jetzt viel gesprochen, der Pflegedienstleister sei im Dauereinsatz, habe längst alle Angehörigen über die Situation informiert, auch die im Stift engagierte Pfarrerin sei im Haus und versuche Halt zu geben. Glücklicherweise habe von den Bewohnern niemand den Unfall direkt miterlebt; zum Zeitpunkt des Unfalls seien alle auf ihren Zimmern gewesen. Unter den Bewohnern sei jetzt die Freude sehr groß, dass die Stiftsdirektorin das Krankenhaus verlassen dürfe, so Stielner. "Und uns haben auch sonst viele gute Wünsche erreicht und Botschaften."

Die Schäden am Gebäude sollen bald behoben werden. Noch versperren Holzbretter, die von der Feuerwehr bereits am Mittwochabend angebracht worden waren, den Eingangsbereich. Der Gesamtschaden durch den Unfall wird von der Polizei auf etwa 80 000 Euro beziffert, wovon allein auf den Land Rover 30 000 Euro entfallen. Im Stift Brunneck aber sind sie nur froh, dass nicht mehr Menschen zu Schaden gekommen sind.

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