bedeckt München 11°
vgwortpixel

Isar-Center Ottobrunn:Raus aus dem Bunker

Ottobrunn Isar Center

Auf dem Parkplatz soll der Neubau entstehen, und die Parkplätze sollen dann aufs Dach.

(Foto: ATP Architekten/oh (Simulation))

Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum soll größer, moderner und schöner werden. Der Gemeinderat ebnet dafür den Weg und der Bürgermeister hofft auf eine "konkurrenzfähige Mall" am Ort.

Im Grunde haben die Ottobrunner Gemeinderäte am Dienstagabend eine staubtrockene Angelegenheit beraten und diese letztlich einstimmig verabschiedet: eine Änderung des Flächennutzungsplans. Hinter diesem bürokratischen Begriff aber verbirgt sich für die flächenmäßig kleinste Kommune des Landkreises diesmal ein großer städtebaulicher Wurf. Die Württembergische Lebensversicherung als Eigentümerin des Isar-Centers nennt es eine "Revitalisierung" - letztlich aber soll das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum vollkommen neu gestaltet und zu einem modernen Anziehungspunkt am westlichen Ottobrunner Ortseingang werden.

Den Mitgliedern des Planungsausschusses, die über die Ausweisung eines "Sondergebietes Einkaufszentrum" zu befinden hatten, waren die Pläne des Investors längst bekannt. Bereits bei der Bürgerversammlung im Oktober vergangenen Jahres hatte Rathauschef Thomas Loderer (CSU) die Entwürfe des Architekturbüros ATP vorgestellt. Die haben mit dem bisherigen Erscheinungsbild des Isar-Centers so gar nichts mehr gemein. Wo derzeit eine Parkplatz-Betonwiese die Landschaft zupflastert und ein bunkerartiger Kasten Menschen vom Einkauf eher abschreckt, denn zum Shoppen anlockt, soll bald eine "konkurrenzfähige Mall" die Ottobrunner davon abhalten, lieber ins Neuperlacher Pep oder das Brunnthaler Gewerbegebiet zu fahren.

Die Verkaufsfläche soll sich auf 10.500 Quadratmeter erhöhen

Dass sich der Ausschuss sehr schnell und ohne große Kritikpunkte von dem Konzept überzeugen ließ, liegt freilich auch daran, dass der Handlungsspielraum aufgrund der geografischen Struktur der Gemeinde relativ begrenzt ist. Viel Neues kann in Ottobrunn nicht mehr entstehen - also muss das Alte aufgepeppt werden. Und beim wenig ansehnlichen Isar-Center wollten die Gemeinderäte diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bereits in der Bürgerversammlung hatte Loderer für das Projekt geworben, indem er darauf verwies, dass die Gemeinde "beim Thema Einkaufen auch als etwas unterversorgt" gilt.

Zentrale Maßnahme der Umgestaltung des Isar-Centers wird die Bebauung des Parkplatzes vor der eigentlichen Mall; dort soll ein flacher Neubau entstehen, die Parkplätze sollen auf dem Dach des Gebäudes Platz finden. Der Generalmieter des Isar-Einkaufszentrums, die Supermarktkette Edeka, wird nach Fertigstellung des Flachbaus aus dem bestehenden Altbau dorthin umziehen. Der wenig schmucke Altbau soll anschließend generalsaniert werden; während der Bauarbeiten bleibt das Isar-Center also weiterhin geöffnet.

Die Gesamtverkaufsfläche wird sich durch die Maßnahmen von derzeit 6500 Quadratmeter auf maximal 10 500 Quadratmeter erhöhen - dies wird freilich auch eine Erweiterung der Angebote für die Kunden mit sich bringen. Und all das mit "entsprechend hochwertiger Architektur und Freiraumgestaltung", wie Loderer verlauten ließ - etwa mit Bäumen auf dem neuen Parkplatz-Deck.

Diskussion über verkehrliche Anbindung

Strittig war unter den Gemeinderäten allerdings die verkehrliche Anbindung des neuen Isar-Centers. Vor allem die in den Planungen vorgesehene räumliche Enge an der bisherigen Einfahrt zwischen Parkplatz und Tankstelle bereitete einigen Mitgliedern des Gremiums Sorge. Nach intensiver Debatte entschieden die Gemeinderäte nun, dass das Einkaufszentrum künftig weiter westlich an die Unterhachinger Straße angebunden werden soll - an die heutige Ausfahrt des Parkplatzes. Dies soll letztlich auch Radfahrern und Fußgängern das Leben erleichtern; die Zufahrt zur Tankstelle auf dem Areal soll aber erhalten bleiben.

Für Ottobrunn könnte das neue Isar-Center binnen kürzester Zeit der zweite städtebauliche Quantensprung werden. Nach dem beschlossenen Umbau des Büroparks am nördlichen Ortseingang.

© SZ vom 01.06.2017/hilb
Zur SZ-Startseite