Die Jugend gilt eigentlich als Sturm-und-Drang-Zeit. Man feiert, man testet seine Grenzen, man schlägt auch mal über die Stränge. Die Ottobrunner Jugend hält es da zum Teil etwas anders. Die Jugendbefragung 2026, zu deren Teilnahme die Gemeinde im Juni 1432 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren einlud, brachte einige überraschende Ergebnisse hervor. So schätzt mancher Jugendliche danach besonders die Ruhe am Ort. Manch anderer wünscht sich Bänke mit einem schönen Ausblick.
234 Jugendliche nahmen an der Befragung teil, das bedeutet eine Rücklaufquote von 16,34 Prozent. Ein großer Teil der Antworten kam von 12- und 13-jährigen sowie 15- und 16-jährigen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sowie ein paar Real- und Mittelschülern. Bei der Frage, was ihnen an Ottobrunn gefällt, wählten 47 Prozent die Antwort „Ruhe, Natur, Sauberkeit und Ambiente“.
„Ich mag die Ruhe hier zwischen all den Bäumen, als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt“, lautete ein konkrete Antwort. „Dass es sauber ist und nicht stinkt“, schrieb eine andere junge Person. Sie hätten zum Teil reflektiert wie junge Erwachsene, sagte Kerstin Onwuama, Leiterin der Abteilung Familie, Bildung, Soziales der Gemeinde Ottobrunn, im Gemeinderat, als sie die Ergebnisse vorstellte. Manch befragter Jugendlicher gab sich nicht nur reflektiert, sondern auch romantisch. Bei der Frage, was sie sich anders wünschten, lautete eine Antwort: „Mehr Bänke an schöneren Orten, wie zum Beispiel eine Bank, die neben dem Phönix-Bad auf das Feld zeigt, dass man abends den Sonnenuntergang anschauen könnte.“
Bei den Wünschen gab es derweil auch viele Rückmeldungen zu eher jugendtypischen Themen. Zwar schätzen die jungen Leute in Ottobrunn das breite Angebot mit Fußballplätzen, Eisstadion und Schwimmbad. Dennoch besteht der Wunsch nach „mehr frei zugänglichen Sportanlagen“. Andere regten einen Treffpunkt für Jugendliche im Ortszentrum an, wo man etwa Billard spielen könne. Gleich mehrere wünschten sich niedrigere Preise in den Eisdielen.
Es werden wohl nicht alle Wünsche umgesetzt werden. Die Gemeinde ist auch nicht für alles zuständig. Sicher ist, dass die Kommune die Anliegen der Jugendlichen ernst nimmt. So signalisierten es Bürgermeister Florian Schardt (SPD) und Rathausmitarbeiterin Kerstin Onwuama. Mitte Oktober soll es eine Nachbesprechung mit den Jugendlichen geben, in der ihnen unter anderem kommunale Prozesse erläutert werden.
Mancher Wunsch ist derweil schon umgesetzt: Basketball kann man auf dem Platz beim Sportzentrum am Haidgraben bis in den Abend hinein spielen, die Beleuchtung läuft nun länger. Und auch für die Bänke sieht es möglicherweise nicht schlecht aus. Bürgermeister Schardt richtete sich im Gremium augenzwinkernd an seine beiden Stellvertreter. Sowohl der zweite Bürgermeister Michael Senft (Grüne) als auch die Familie von dritter Bürgermeisterin Susanne Vordermaier (CSU) haben eine Schreinerei.


