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Ottobrunn:Generalüberholte Königin

Christoph Demmler

Christoph Demmler, Kantor an der Michaelskirche, eröffnet die 25. Auflage der Ottobrunner Orgelkonzerte.

(Foto: Kitty Fried)

Ottobrunner Konzertreihe auf sanierter Rieger-Orgel

Nach 25 Jahren ist die Rieger-Orgel der Michaelskirche Ottobrunn heuer generalüberholt und gereinigt worden. Diese Maßnahme lässt das Instrument aus dem Jahre 1995 in neuem Glanz erscheinen und mit frischer Strahlkraft erklingen. Davon können sich Musikfreunde nun bei der Reihe "Ottobrunner Orgelkonzerte" überzeugen, die im Oktober in der 25. Auflage statt findet - an jedem Sonntag von 17 Uhr an.

Die erste Veranstaltung am 4. Oktober gestaltet der örtliche Kantor Christoph Demmler. Er spielt Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Louis Vierne, der von 1900 bis zu seinem Tod Organist an Notre-Dame in Paris war. Vierne starb 1937 während eines Konzertes am Spieltisch seiner Orgel. Am 11. Oktober wird der Organist und Cembalist Johannes Berger Werke von Bach, Guilmant, Vierne und Hakim an der Königin der Instrumente präsentieren. Berger ging bei nationalen und internationalen Wettbewerben als Preisträger hervor. Neben umfangreicher solistischer Tätigkeit hat er auch mit dem BR-Symphonieorchester zusammengearbeitet und unter Dirigenten wie Mariss Jansons oder Kirill Petrenko gewirkt. Seit 2009 ist er Organist und Kustos an der größten Freiluft-Orgel der Welt in Kufstein sowie Künstlerischer Leiter und Cembalist des Barockorchesters Concerto München.

Beim dritten Orgelkonzert am 18. Oktober spielt Henrik Behrens aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn Werke von Bach, César Franck und Charles-Marie Widor. Der gebürtige Belgier César Franck wurde als "größter Orgelkomponist Frankreichs des 19. Jahrhunderts" bezeichnet. 1872 wurde er Professor am Conservatoire in Paris und markiert den Beginn des Wiederaufstiegs der französischen Orgelkompositionen und zugleich des Orgelspiels. Nachfolger Francks am Conservatoire war Widor. Er unterrichtete unter anderem Albert Schweitzer. Seine Anstellung als Organist an St. Sulpice in Paris hatte er von 1870-1934 inne. Widors Toccata aus seiner fünften Symphonie, die in der Michaelskirche erklingen wird, zählt zu den beliebtesten Orgelwerken überhaupt.

Den Abschluss der Konzertreihe bildet am 25. Oktober der Besuch von Gundula Kretschmar aus Weilheim. Sie war von 1997 bis 2013 Kantorin der Michaelskirchengemeinde. 2007 wurde sie Dekanatskantorin. Ihre Konzerte an der Rieger-Orgel waren immer beliebt. Dieses Mal spielt sie Toccaten und Tänze für die Orgel von Johann Sebastian Bach, Bela Bartok, Andreas Willscher und Louis Lefébure-Wely. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei - Spende erbeten. Die Teilnahme ist begrenzt. Ob Anmeldung nötig ist, erfährt man unter www.michaelskirchengemeinde.de.

© SZ vom 25.09.2020 / SZ

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