Ein Titel macht etwas her. Wo weiß man das besser als in der akademischen Welt der Doktoren und Professoren? Eine Art von Titel kann bald auch die Gemeinde Ottobrunn tragen, die als Standort von Wissenschaft und Forschung ins Rampenlicht tritt: Die Technische Universität (TU) München siedelt dort und in Taufkirchen ihre Fakultät für Luft- und Raumfahrt und Geodäsie an. Auf Anfrage aus dem Rathaus hat die TU gemeinsam mit dem Landratsamt München ihre Unterstützung erklärt, dass Ottobrunn offiziell zur „Universitätsgemeinde“ aufsteigt. Zustimmen muss noch der Gemeinderat, was als Formsache gilt.
Als Ende September 2025 bekannt wurde, dass die Gemeinde Taufkirchen beabsichtigt, neue Ortsschilder mit der Bezeichnung „Universitätsgemeinde“ aufzustellen, wollte man im Ottobrunner Rathaus nicht zurückstehen. Die Verwaltung setzte ihrerseits ein Bewerbungsschreiben auf, in dem Noch-Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) herausstrich, die Gemeinde sei seit jeher als Standort für Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche sowie für Forschungskooperationen bekannt. Die Ansiedlung der neuen Fakultät unterstreiche dies und führe dazu, dass Ottobrunn eine besondere und herausragende wissenschaftliche und akademische Bedeutung erlange. Mit der feierlichen Eröffnung des Hauptgebäudes im Juli 2021 sei ein Meilenstein gesetzt worden.
Bis 2030 soll die Fakultät zur europaweit größten ihrer Art mit 55 Professuren und bis zu 4000 Studierenden ausgebaut werden. Dies wird nach Überzeugung des Rathauses das Bild Ottobrunns nachhaltig prägen: Die Gemeinde werde sich zum Lebensmittelpunkt für eine große Zahl von Studierenden, Wissenschaftlern und Lehrenden entwickeln. Der Ausbau der Infrastruktur und die gesellschaftlichen Veränderungen würden den Charakter einer Universitätsgemeinde unterstreichen. Der Titel spiegele diese letztlich wider.

