Wirtschaft:Porsche steigt bei Fazua auf

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Wirtschaft: Geschäftsführer Fabian Reuter hat mit seinem Schulfreund das Start-up Fazua gegründet. Jetzt übernimmt Porsche das Unternehmen, das sich auf leichte E-Bike-Antriebe spezialisiert hat.

Geschäftsführer Fabian Reuter hat mit seinem Schulfreund das Start-up Fazua gegründet. Jetzt übernimmt Porsche das Unternehmen, das sich auf leichte E-Bike-Antriebe spezialisiert hat.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Der Automobilhersteller übernimmt das Unternehmen, das sich auf leichte Antriebssysteme für E-Bikes spezialisiert hat.

Von Laura Richter, Ottobrunn

Schon im Studium hatte Johannes Biechele die Vision eines minimalistischen Antriebssystems für E-Fahrräder. Die auf dem Markt erhältlichen E-Bikes hatten einen dicken Rahmen, große Kästen mit Motor und Akku, die schwer waren und nicht sonderlich sportlich aussahen. Damals glaubte niemand, dass sich seine Idee eines schlanken Antriebssystems realisieren lassen würde. Heute gilt die von Biechele gemeinsam mit Schulfreund Fabian Reuter im Jahr 2013 gegründete Firma in Ottobrunn als Pionier in der Produktion von besonders leichten und kaum sichtbaren Elektroantrieben, den Light-E-Bikes. Jetzt hat der Sportwagenbauer Porsche das Unternehmen übernommen. Es geht in die neu gegründete Porsche eBike Performance GmbH über, die Porsche zusammen mit der niederländischen Gesellschaft Ponooc Investment B.V. gegründet hat. Mit der Entwicklung eigener elektrischer Antriebssysteme will der Autohersteller auch den Markt auf zwei Rädern erschließen. Bereits im Januar dieses Jahres hatte sich Porsche 20 Prozent der Unternehmensanteile von Fazua gesichert.

Fazua, das ist bairisch und bedeutet "Fahr zu!". Seit 2018 bietet das gleichnamige Unternehmen ein Antriebssystem an, bei dem Motor, Akku, Tretlager und Sensorik vollständig in den Rahmen des Fahrrads integriert und mit einem Klick herausnehmbar sind. Somit seien die Fahrräder gar nicht als E-Bikes zu erkennen, sagt Mitgründer Reuter. "Ride 60", das modernste Antriebssystem aus der Produktreihe, wiegt zusammen nur etwas mehr als vier Kilogramm, besitzt ein Drehmoment von 60 Newtonmeter und eine Kapazität von 430 Wattstunden. Pro Jahr fertigt das Ottobrunner Unternehmen mehr als 20 000 Antriebssysteme für Elektro-Fahrräder an. "Ich bin unfassbar stolz auf die Fazua-Mannschaft. Sie haben es geschafft, ihre Vision umzusetzen und sich auf dem Markt zu etablieren", sagt Antonio Dalle Rive, Marketingleiter von Fazua.

In Zukunft sollen auch leistungsstärkere Antriebe gebaut werden

Aufgrund der zunehmenden Dynamik des Markts sei der Zusammenschluss nun die beste Entscheidung für das Unternehmen, so Reuter. Denn durch die Gründung des Joint Ventures werden künftig sowohl die leichten Antriebssysteme der Marke Fazua als auch die für 2025 geplanten leistungsstärkeren Systeme von Porsche vertrieben. "So wird Fazua auch weiterhin für ästhetische, agile und leichte E-Bikes stehen können und zeitgleich das komplette Spektrum an Antrieben anbieten, um sich auf dem Markt optimal zu positionieren", erklärt Reuter. Beide Produkte sollen in Zukunft weltweit an E-Bike-Hersteller verkauft werden.

Die hundertköpfige Belegschaft von Fazua soll zudem um Mitarbeitende der kroatischen E-Bike-Marke Greyp aufgestockt werden. Perspektivisch sei geplant, den Betrieb der neu gegründeten Porsche eBike Performance GmbH noch darüber hinaus zu erweitern, sagt Porsche-Pressesprecher Christoph Lungwitz. Die Zukunftsplanung des Joint Ventures sieht Reuter zufolge auch einen neuen Produktionsstandort vor. Der Co-Gründer von Fazua vergleicht die Vision bei der Gründung des Start-ups mit der, die Ferdinand Porsche zur Schaffung seines Unternehmens berufen hat: Beide wollten ein Fahrzeug, dass es auf dem Markt nicht gab. Also erfanden sie es.

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