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Ottobrunn:Artenschutz fristet Schattendasein

Aktionsbündnis sieht durch neues Gesetz kaum Verbesserungen

Ein Jahr nach Verabschiedung des neuen Artenschutzgesetzes durch den Landtag ziehen die Initiatoren und Unterstützer des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" eine ernüchternde Bilanz. Einige Mitstreiter des Aktionsbündnisses, das sich im Südosten Münchens gegründet hatte, wollten wissen, was sich in ihren Gemeinden inzwischen konkret zum Wohle der Natur verändert hat. Ihr Fazit: "Nicht viel!", wie die ehemaligen Aktivisten aus Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn in einer Pressemitteilung feststellen.

In Hohenbrunn und Neubiberg gebe es zwar immerhin blühende Wiesen oder Ackerstreifen und Bienenweiden auf Verkehrsinseln. Dagegen sind in Ottobrunn laut Ursula Esau von der ÖDP gar keine Verbesserungen offensichtlich. Es sei zäh und schwierig, bis sich ein stärkeres Bewusstsein durchsetzt. Das sehe man in Hohenbrunn, meint Sibylle Pollehn, Mitglied im dortigen Grünen-Ortsvorstand. Bei der Bauleitplanung für ein neues Gewerbegebiet seien erst jüngst mehrere in einem Gutachten als schützenswert eingestufte Flächen überplant worden, obwohl dort europaweit geschützte Fledermausarten nachgewiesen worden seien. Von diesen stünden sieben sogar auf der Roten Liste für gefährdete Arten. Nicht einmal einzelne Bäume sollen laut Pollehn geschont werden.

Die wieder zusammengekommenen Aktivisten haben sich als "Aktionskreis Artenschutz Süd-Ost" zur Aufgabe gemacht, die weitere Entwicklung auf Gemeindeebene im Auge zu behalten, um etwaige Versäumnisse sichtbar zu machen. Durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit sowie durch Gespräche mit Bürgermeistern und Gemeinderäten wollen sie den Artenschutzbemühungen im südöstlichen Landkreis nach eigenen Worten weiter Schwung verleihen.

© SZ vom 31.07.2020 / SZ

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