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Ottobrunn:Abschied von der Mutter

Nach "Die Glocken von Kronstadt" wird auch Eders Sachbuch "Ich spür noch immer ihre Hand" neu präsentiert.

(Foto: Claus Schunk)

Ruth Eder freut sich über Neuedition ihres Bestsellers

Ob die zurückliegende Zeit des Lockdowns und der viel zitierten Entschleunigung nun gut war für das Lesen, die Literatur und ihre Protagonisten, darüber kann man geteilter Meinung sein: Zum einen dürften zahlreiche Menschen tatsächlich mehr gelesen haben als sonst und natürlich wurden auch fleißig Bücher über Bestell- und Paketdienste ausgeliefert. Zum anderen gab es lange Zeit keine Möglichkeit, in Buchläden oder Bibliotheken zu stöbern, dort Bücher zu kaufen oder Autoren bei ihren Lesungen zu lauschen - und Buchmessen wie die in Leipzig fielen ebenfalls aus.

Die Ottobrunner Autorin Ruth Eder hatte jetzt mal wieder Gelegenheit, sich über eine Facette dieses merkwürdigen Jahres zu freuen: "2020 gibt es noch angenehme Überraschungen: Nach der Neu-Edition meiner erfolgreichen siebenbürgischen Familiensaga ,Die Glocken von Kronstadt' im Januar gibt mein Verlag in Berlin nun auch eine neue Fassung meines Sachbuch-Bestsellers ,Ich spür noch immer ihre Hand' ebenfalls in neuem Gewande heraus!" In dem frisch edierten Buch (Noack & Block) spricht Eder, die auch viele Jahre lang für die SPD im Ottobrunner Gemeinderat saß und den "Ottobrunner Kulturstammtisch" moderiert, mit anderen Frauen über den Verlust eines eigentlich unersetzlichen Menschen: der Mutter.

Es geht um das Tabuthema Tod, und eine besseren Umgang mit ihm. Fünfzehn erwachsene Töchter berichten in offenen und tief gehenden Gesprächen über das Leben und Sterben ihrer Mutter, über ihre Beziehung und den schweren Abschied. Jede hat den Schmerz, manchmal auch die Erlösung, anders bewältigt. "Der Tod der Mutter erschüttert jede Tochter zutiefst: Alles Echte und Bleibende, aber auch das Problematische und Ungelöste werden im Moment des endgültigen Abschieds offenbar", so Eder. Die 1947 in Stuttgart geborene Autorin hat lange als Journalistin gearbeitet sowie zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht. Ihr Buch "Ich spür noch immer ihre Hand - wie Frauen den Tod ihrer Mutter bewältigen" erschien erstmals im Jahr 2015.

© SZ vom 03.07.2020 / wat

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