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Ortsplanung:Stadthäuser und viel Grün

Einigung für das Ärztehaus-Grundstück in Neubiberg ist in Sicht

Mehr als vier Jahre wird an der Bebauung des Ärztehaus-Grundstücks in Neubiberg geplant, nun ist eine einvernehmliche Lösung zwischen Eigentümer und Gemeinde in greifbarer Nähe: Der Planungs- und Umweltausschuss hat am Dienstag einstimmig den Entwurf für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Grundstücke Rathausplatz 1 und 3 befürwortet. Er sieht den Erhalt des Medizinischen Versorgungszentrums St. Cosmas (MVZ) vor sowie auf dem Rest des Grundstücks 23 zweigeschossige Stadthäuser in lockerer Anordnung. Außerdem sollen möglichst viele der bestehenden Bäume erhalten bleiben.

Die nun gefundene Lösung ist das Resultat einer Besprechung zwischen Eigentümer, Vertretern des MVZ, des Gemeinderats und der Verwaltung im vorigen September. Der Plan muss am Montag noch vom Gemeinderat gebilligt werden.

In den vergangenen Jahren gab es viele Diskussionen über die mögliche Bebauung des Grundstücks. Den ursprünglichen Vorschlag empfanden vor allem die Grünen im Gemeinderat als kolossartig. Es gab auch viel Kritik von den Anwohnern. Stets ging es dem Gremium darum, möglichst viel Grün und das MVZ zu erhalten. Der jüngste Bebauungsplanentwurf vom vergangenen Jahr hatte einen Erhalt des Ärztezentrums vorgesehen, sowie eine Bebauung mit mehreren dreigeschossigen Würfelhäusern.

Der neue Vorschlag soll nun alle Interessen möglichst gut in Einklang bringen. "Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und Ökologie", sagte Cordula Riede, Vertreterin des Eigentümers Thomas Fleischmann in der Sitzung. Es soll Holzhäuser geben. Auch soll prägender Baumbestand erhalten bleiben, was der Eigentümer auch dadurch lösen will, dass es zwei Tiefgaragen geben soll, eine vorne am Rathausplatz und eine im nördlichen Teil des Grundstücks. "Auch wenn das mit einem finanziellen Mehraufwand für den Eigentümer verbunden ist", sagte Riede. Zudem sollen eine Wildwiese angelegt und Obstbäume gepflanzt werden. Vorne am Rathausplatz sollen zwei Dreispänner entstehen, im mittleren Bereich sechs Doppelhäuser und im Norden fünf Einfamilienhäuser. Alle Gebäude sollen ähnlich aussehen, mit einer Art Mansarddach mit Steil- und Flachdachanteilen sowie einem kleinen Erker im Erdgeschoss mit einem bodentiefen Fenster. "Der Eigentümer ist mit der Planung jetzt sehr zufrieden und hofft, dass auch Sie die Vorschläge gut finden", sagte Riede an die Adresse der Gemeinderäte. Um den Erhalt des MVZ dauerhaft zu sichern, soll in diesem Bereich nun ein Sondergebiet festgelegt werden, der Eigentümer verzichtet dort auf weitere Wohnbebauung.

Die Resonanz im Gremium auf die neuen Pläne war ausschließlich positiv. Dieses Mal könnte es also klappen mit der geplanten Bebauung. "Es ist jetzt ein Vorzeigeprojekt", sagte CSU-Bürgermeisterkandidat Thomas Pardeller. Die Bebauung sei aufgelockert, sie sei auch ökologisch. "Es hat sich gelohnt, dass wir uns so lange Zeit gelassen haben", sagte er. Auch Freie-Wähler-Bürgermeisterkandidat Reiner Höcherl betonte, die Arbeit habe sich rentiert. Grünen-Bürgermeisterkandidat Kilian Körner sagte, er freue sich besonders, dass man die Möglichkeit gefunden habe, durch das Sondergebiet den Bestand des MVZ zu sichern. Auch Volker Buck (SPD) lobte den Entwurf. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, einen konsensfähigen Vorschlag zu finden und die Planungsziele der Gemeinde weitgehend zu erhalten", sagte Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler).

Um das Ärztehaus-Grundstück im vorhabenbezogenen Bebauungsplan gesondert zu betrachten, hat der Ausschuss zuvor beschlossen, dieses aus dem Umgriff des bisherigen Bebauungsplans für das Gebiet zwischen Rathausplatz, Lindenallee und Grundschule herauszulösen. Dieser Bebauungsplan soll aber auch vorangetrieben werden.

© SZ vom 23.01.2020
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