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Zindlerhaus Unterföhring:Die Suche geht weiter

Ist dem Bau einer Kinderkrippe im Weg: das denkmalgeschützte Zindlerhaus am Unterföhringer Bahnhof.

(Foto: Robert Haas)

Weil das denkmalgeschützte Gebäude stehen bleibt, muss die Gemeinde einen neuen Platz für die Krippe finden.

Der geplante Standort steht nicht mehr zur Verfügung und ein neuer ist noch nicht gefunden: Das Unterföhringer Rathaus muss weiter nach einem Platz für die integrative Kinderkrippe an der Föhringer Allee suchen - und das fortan nicht nur auf Flächen, die der Kommune gehören. Nachdem sich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag abzeichnete, dass der Vorschlag von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) und seiner Verwaltung, die Krippe auf dem sogenannten Eulitz-Grundstück an der Blumenstraße 34 neu zu bauen, im Gremium keine Mehrheit finden würde, wurde die Beschlussvorlage schnell abgeändert. Nun sollen auch geeignete Areale untersucht werden, die nicht im Besitz der Gemeinde sind, also Privatleuten gehören.

Ursprünglich sollte die zweigruppige Integrationskrippe, die seit Jahren in einem Interimsbau an der Föhringer Allee betrieben wird, im Umgriff der neuen Unterföhringer Ortsmitte einen Ersatzbau bekommen - dort, wo das alte Bahnwärterhäuschen steht. Dieses allerdings darf, wie vom Gemeinderat ursprünglich beabsichtigt, nicht mehr abgerissen werden. Das gut hundert Jahre alte Zindlerhaus wurde unter Denkmalschutz gestellt.

Auf den Plan gerufen wurden die Denkmalschützer im vergangenen Mai durch die Diskussion um den Erhalt des Gebäudes ganz im Norden des Plangebiets für die künftige Ortsmitte von Unterföhring. Der Gemeinderat hatte den Abriss mit seinem Ja zu den Entwürfen für das Ortszentrum in Bahnhofsnähe im Oktober 2016 einstimmig besiegelt. Seit dem ersten Spatenstich für die neue Mitte ebbte allerdings der Ruf nach einem Erhalt des Hauses nicht mehr ab. Vor allem ältere Unterföhringer kritisieren den Plan des Gemeinderats, das Zindlerhaus abzubrechen und an dieser Stelle einen Ersatzbau für die Kita zu schaffen.

Das Eulitz-Grundstück finden alle Fraktionen ungeeignet

Mit der Aufnahme des von Künstlern und einer Beratungsstelle genutzten Gebäudes in die Denkmalliste war ein Abriss obsolet geworden, was den Gemeinderat im vergangenen Herbst dazu bewog, die Verwaltung damit zu beauftragen, einen neuen Platz für die Kinderkrippe zu suchen. Doch das scheint gar nicht so leicht gewesen zu sein, wie sich in der jüngsten Sitzung der Kommunalpolitiker herausstellte. Das vorgestellte Eulitz-Grundstück, zu dem eine Stichstraße führt und das von vier Seiten mit Wohnhäusern umgeben ist, erachteten alle Fraktionen als ungeeignet. Auch wenn sich das Areal im Besitz der Gemeinde befindet, eine Kita soll dort keinesfalls gebaut werden.

CSU-Sprecher Manfred Axenbeck wollte dort lieber Wohnungen errichten lassen. Auch Philipp Schwarz, Fraktionsvorsitzender der SPD, lehnte den Vorschlag von Bürgermeister und Verwaltung ab. "Kann die Kita nicht doch in der neuen Ortsmitte verwirklich werden?", fragte er. Für Udo Guist (PWU) und seine Kollegen ist das Eulitz-Grundstück ebenfalls ungeeignet. Er schlug vor, die Krippe auf dem gemeindeeigenen Gelände an der Ecke Tulpen- und Johanneskircher Straße zu planen, wo derzeit eine Tagesmutter Kinder betreut. Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger winkte ab: Eine integrative Kita erfordere 900 Quadratmeter Grund, dort seien es nur 700 Quadratmeter. Johann Zehetmair (PWU) regte an, auch Grundstücke zu prüfen, die nicht der Kommune gehören, aber als Standort infrage kämen. Diese Idee stieß bei Bürgermeister Kemmelmeyer auf offene Ohren. Dieser hatte während der Debatte den Beschlussvorschlag bereits entsprechend abgeändert, wofür der Gemeinderat schließlich einstimmig votierte.

© SZ vom 10.03.2018/hilb
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