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Ortsgestaltung:Wettbewerbssieger planen Rathaus-Erweiterung

Der Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb ist nur die Ausgangsbasis für die eigentliche Planung, die jetzt beginnt.

(Foto: Simulation: Spreen Architekten München)

Der Neubiberger Gemeinderat vergibt den Auftrag für den Neubau und die Sanierung des Altbaus

Von Angela Boschert, Neubiberg

Das Architekturbüro Spreen Architekten aus München erhält den Auftrag für den Erweiterungsbau des Rathauses Neubiberg, die Sanierung des alten Rathauses und den Bau der Tiefgarage. Sein Partnerbüro Terra.nova Landschaftsarchitektur München wird die Freiflächengestaltung planen. Das hat der Neubiberger Gemeinderat am Montag beschlossen.

Die beiden Büros hatten bei dem Architektenwettbewerb den ersten Preis gewonnen. Doch ihr Wettbewerbsbeitrag ist nur der Ausgangspunkt für die weiteren Planungen. Die Anmerkungen des Preisgerichts sollen aufgenommen werden, weitere Anregungen insbesondere aus der Bürgerinformation von vergangener Woche ebenfalls. Ziel bleibt, in Neubiberg ein neues Rathausareal zu schaffen, bei dem "das Mit- und Nebeneinander von Alt- und Neubauteil einen besonderen Reiz und eine besondere Qualität erhalten", wie es in der Wettbewerbsauslobung heißt. Sicher ist auch, dass Kriterien wie funktionaler Anschluss des Neubaus an den Rathausaltbau, Schaffung eines attraktiven Rathausareals und ausreichender Parkplätze erfüllt werden müssen. Alles andere wie Raumaufteilung und -anordnung, Ausstattung, Gestaltung, Wegeführung, Baumaterialien und weiteres müssen jetzt in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro konkret erarbeitet, vom Sonderausschuss Verwaltungsneubau beraten und vom Gemeinderat beschlossen werden.

Der Gemeinderat werde "in der weiteren Planung zum Verwaltungsneubau ab sofort auch oberirdische Parkplätze berücksichtigen", formulierte die Neubiberger CSU am Dienstag in einer Pressemeldung. Ob überhaupt Parkplätze oben kommen, ist damit allerdings noch nicht entschieden. Dass die Unterschriftensammlung der Jungen Union für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der oberirdischen Parkplätze nicht die Tiefgarage verhindern soll und man hoffe, "ohne Bürgerbegehren zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen", wie CSU-Gemeinderat Thomas Pardeller sagte, nahm Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler) mit Erleichterung auf.

Für die Grünen und weitere Gemeinderatsmitglieder war unverständlich, dass in dem Architektenauftrag keine Höchstsumme für die Kosten und nicht einmal ein Kostenrahmen festgesetzt wird. Das gehe nicht, da noch keine konkreten Planungen vorlägen, versuchten Heyland und Bauamtsleiter Christian Einzmann zu erklären.

Die Architekten wüssten, welchen Kostenhorizont sich die Gemeinde vorstelle, betonten beide. In der langfristigen Finanzplanung bis 2021 stünden für das Bürgerzentrum 21,3 Millionen Euro, widersprach Finanzreferent Hartmut Lilge (CSU). Die müsse man doch einbringen, denn nur dann könne der Architekt warnen, falls durch Gestaltungswünsche die Kosten zu sehr steigen. "Mit der Zahl haben wir doch einen Kostenrahmen", versuchte Andrea Bernatowicz (Grüne) ihn zu unterstützen. Vergeblich.

Viel Arbeit wartet auf das externe Projektsteuerungsbüro, das noch gefunden werden muss, um das Planungs- und Bauvorhaben zu begleiten und somit auf die Einhaltung des Kostenhorizonts zu achten.

© SZ vom 21.03.2018

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