bedeckt München 15°
vgwortpixel

Ortsbild:Quell der Integration

"Wasser für alle" hat der Münchner Künstler Kai Winkler seinen Entwurf für einen Brunnen vor dem Musik- und Volkshochschulgebäude genannt.

(Foto: Simulation: Gemeinde Unterföhring/Hirner und Riehl Architekten/Kai Winkler)

Der Künstler Kai Winkler überzeugt mit seinem Entwurf für den Brunnen vor der neuen Unterföhringer Volkshochschule Jury und Gemeinderat

"Wasser für alle": Mit diesem Titel ist eine Arbeit des Münchner Künstlers Kai Winkler überschrieben, die den Vorplatz des Volkshoch- und Musikschulgebäudes in der neuen Ortsmitte von Unterföhring zieren soll. Ein Preisgericht hat Ende Januar die Entscheidung getroffen, den Brunnen-Entwurf von Winkler als "Kunst am Bau" umzusetzen. Der Künstler bekommt dafür 80 000 Euro, die Kosten für die Brunnentechnik kommt noch dazu, wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte.

Der Brunnen hat etwas von einem Stillleben: Drei Gefäße stehen in unterschiedlichen Größen auf einer Fläche von sechs Metern Länge und zwei Metern Breite. Dem Künstler geht es darum, dass Besucher des Platzes die "Spielarten des Wasserverlaufes verfolgen können" - aus der Ferne oder ganz nah, wie es in der Entwurfsbeschreibung von Kai Winkler heißt. So soll aus der mittleren flaschenförmigen Skulptur, die 1,73 Meter hoch ist, Wasser in einer kleinen Fontäne sprudeln um dann sanft an der Oberfläche des Körpers hinab zu rinnen; aus der kleinen rundlichen Skulptur, die aussieht wie eine Vase und 87 Zentimeter misst, blubbert "ein gemütlicher Quelltopf", während das Wasser an der mit 2,93 Metern höchste Skulptur in einem kreisförmigen Vorhang, "der still aus der großen Kelchschale herabfällt".

Das Preisgericht war begeistert, wie der Bürgermeister sagte. Der Entwurf von Winkler habe etwas Gemütliches, etwas Stilles. Und erscheint jedoch als sehr anziehend. Acht Künstler hatte die Gemeinde eingeladen, um sich Gedanken über eine Brunnenanlage in der Ortsmitte zu machen - Winkler habe mit seiner Arbeit die Jury überzeugt und den ersten Platz gewonnen, "alle anderen kamen auf Platz zwei", sagte Kemmelmeyer in der Sitzung der Kommunalpolitiker. Gertrud Mörike, PWU-Gemeinderätin und im Preisgericht vertreten, lobte den Entwurf: Der Brunnen mache "Wasser für jeden erlebbar", sagte sie.

Der Künstler selbst beschreibt seine Intention so: "Wasser gehört allen - ohne kulturelle Unterschiede! So fließt auch das Wasser aus jeder der drei Brunnenfiguren, unabhängig von Gestalt und Farbe. Reduziert auf die Anzahl drei, stehen sie für die Grundform einer dynamischen Vielfalt: drei Menschen sind die kleinste Gruppe, der Prototyp der Familie und damit die Urform jeder Gesellschaft. Mit ihren charakteristischen und prägnanten Einzelformen, die zwischen Gruppenähnlichkeit und individueller Gestalt angelegt sind, ist die Brunnengruppe ein Symbol für eine plurale Gesellschaft als auch für die Gesamtheit verschiedener Kulturen." Laut Winkler betont der Brunnen "Wasser für alle" die Bedeutung der neuen Unterföhringer Ortsmitte "als lebendigen Ort der Begegnung und Begegnung von Menschen, unabhängig von Herkunft und Alter".

Der Gemeinderat sprach sich einstimmige für die Umsetzung der Arbeit aus.

© SZ vom 13.02.2018
Zur SZ-Startseite