Kulturprojekt im Münchner OstenZauber der kleinen Oper

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Nun wird das Kleine Theater Haar, das gar nicht so klein ist, auch noch zum Opernhaus
Nun wird das Kleine Theater Haar, das gar nicht so klein ist, auch noch zum Opernhaus
Samuel Gumberger
  • Das Kleine Theater Haar wird mit dem neuen Projekt O'Ha zur Opern-Spielstätte und führt im Oktober Mozarts „Zauberflöte“ als erste Eigenproduktion auf.
  • Das von Stadt Haar, Bezirk Oberbayern und Freistaat Bayern geförderte Projekt setzt auf intime Atmosphäre mit kleinerer Besetzung statt monumentaler Opernhaus-Erfahrung.
  • Regisseur Marcus Everding modernisiert das Libretto für heutige Aufmerksamkeitsspannen, während Dirigent Andreas P. Heinzmann die musikalische Leitung übernimmt.
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Mit der Gründung des von Stadt und Bezirk geförderten Projekts O’Ha avanciert das Kleine Theater Haar jetzt auch zur Opern-Spielstätte.  Die erste Eigenproduktion ist Mozarts „Zauberflöte“.

Von Udo Watter, Haar

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Öha. Nach etlichen Musical-Eigenproduktionen – wie dem in der NS-Zeit spielenden, 2024 uraufgeführten „Villa Haar“ – wagt sich das Kleine Theater Haar nun an die große Oper. Oder vielmehr: O’Ha. Unter dieser Abkürzung für „Oper Haar“ firmiert das neue und ambitionierte Kulturprojekt, dessen Initiatoren sich zum Ziel gesetzt haben, diese klassische Form des Musiktheaters im Münchner Osten zu etablieren. Oder konkreter: „Professionelle Oper in unmittelbarer Nähe erlebbar“ zu machen, wie es in der Pressemitteilung der Stadt Haar heißt.

Eigentlich handelt es sich auch nicht um große Oper im wörtlichen Sinn, denn obgleich die erste Inszenierung im Oktober Mozarts berühmte „Zauberflöte“ sein wird, geht es um andere Prioritäten:  Haar setze nicht auf „Größe, sondern auf Nähe“, heißt es vonseiten der Stadt, die das Projekt fördert. Statt also in ein monumentales Opernhaus zu gehen und dort Hochkultur in klassisch-weihevoller Atmosphäre zu empfangen, erleben die Zuschauer Musik und Drama in intimem Ambiente und mit kleinerer Besetzung, was ein direkteres Kunstereignis ermöglichen soll. „Frei von den Säulen des Nationaltheaters“, wie Marcus Everding lachend erklärt. Der Regisseur und Autor, der gerade erst mit der Ayinger Gmoa Kultur die Komödie „Das Wirtshaus an der Via Julia“ mit grandiosem Publikumserfolg auf die Bühne brachte, wird nun auch für die dramaturgische Umsetzung der Zauberflöte in Haar verantwortlich zeichnen.

Als treibende Kräfte hinter dem Projekt, das neben der Stadt Haar auch der Bezirk Oberbayern und der Freistaat Bayern fördern, stehen der Dirigent Andreas P. Heinzmann, der auch bei der Premiere im Oktober die musikalische Leitung innehat, sowie Theaterchef Matthias Riedel-Rüppel und nicht zuletzt Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU): „Als leidenschaftlicher Opernliebhaber und langjähriger Verehrer Mozarts freue ich mich außerordentlich, dass Haar mit O’Ha eine eigene Opernbühne erhält. Hier wird spürbar, dass große Kunst keine großen Dimensionen braucht, sondern Nähe und Leidenschaft“, erklärt der Rathauschef in der Pressemitteilung.

Viel gefragter Regisseur: Marcus Everding hat bereits Erfahrungen mit Opern.
Viel gefragter Regisseur: Marcus Everding hat bereits Erfahrungen mit Opern.
Claus Schunk

Was die finanzielle wie auch PR-mäßige Unterstützung betrifft, hat das Projekt also gute Voraussetzungen. Dass die Haarer „Zauberflöte“ auch künstlerisch ein Erfolg werden könnte, dafür sprechen die kreativen Verantwortlichen. Zum einen eben Everding, der neben der Regie auch die Bearbeitung und Modernisierung des Librettos übernommen hat: „Die Menschen haben heute eine andere Aufmerksamkeitsspanne als 1791“, sagt er. So hat er sich die Zuspitzung des Plots und der Pointen sowie einen temporeichen Erzählrhythmus auf die Fahnen geschrieben.

Erfahrung als Opernregisseur hat Everding ohnehin, nicht zuletzt durch seine Arbeit in der „Pasinger Fabrik“, wo auch Heinzmann seit vielen Jahren als musikalischer Leiter und Dirigent erfolgreich ist. Was dort im Westen, an „Münchens kleinstem Opernhaus“, bereits etabliert ist, soll nun auch im Osten gelingen: Menschen in die Oper zu locken, die vielleicht eher nicht so auf die Staatsoper stehen. Die Dimensionen sind in Haar auch bei den Mitwirkenden kleiner: Statt eines Orchesters spielen zwölf Musiker, die Sängerinnen und Sänger sind Profis, die bisher nicht im ganz großen Rampenlicht agierten. „Da sind sehr interessante Stimmen dabei“, schwärmt freilich Everding. Auch die Chorvereinigung Haar wird mitwirken. Ob und wie das alles bei der Premiere am 16. Oktober gelingt, wird sich zeigen, Everding ist aber zuversichtlich und zitiert den geistigen Kern der Zauberflöte, der bei aller Modernisierung überdauert: „Amor vincit omnia – Liebe besiegt alles.“

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