Oberschleißheim:Ausgelaufenes Öl und andere Altlasten

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Oberschleißheim: Auf einem Oberschleißheimer Grundstück sind möglicherweise gleich mehrere Umweltsünden begangen worden.

Auf einem Oberschleißheimer Grundstück sind möglicherweise gleich mehrere Umweltsünden begangen worden.

(Foto: Stephan Rumpf)

Nach dem brachialen Abriss eines alten Hauses an der Haselsberger Straße ermittelt die Kriminalpolizei gleich wegen mehrerer Umweltdelikte.

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Beim brachialen Abriss eines alten Hauses in einer Oberschleißheimer Wohngegend sind möglicherweise gleich mehrere Umweltsünden begangen worden. Durch das unsachgemäße Entfernen des Öltanks könnte Öl in den Boden gesickert sein, mögliche Asbestplatten wurden ungeschützt liegen gelassen und auf dem Grundstück gibt es offenbar einen Verdacht auf Altlasten, dem nicht nachgegangen wurde. Neben den zuständigen Behörden ermittelt auch die Kriminalpolizei wegen diverser Umweltdelikte.

Schon im vergangenen November hatten Anlieger Polizei und Feuerwehr alarmiert, weil an dem Gebäude die Fassade "grob regelwidrig" abgebrochen worden ist, wie ein Polizeisprecher sagt. Die herbeigerufenen Kräfte stießen auf Teile aus der Fassadenverkleidung, die asbestverdächtig erschienen, aber völlig ungeschützt auf dem Gelände verstreut lagen. Das Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei für Umweltdelikte legte schon damals eine Ermittlungsakte wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen an. Laut Landratsamt sind die Platten seinerzeit immerhin "entsorgt und entfernt" worden.

Die unsachgemäße Entsorgung eines alten Öltanks beschäftigt die Behörden

Nun ging es mit dem Abbruch weiter. Bei den Arbeiten mit schwerem Gerät nahmen Anlieger starken Ölgeruch wahr und alarmierten erneut die Polizei. Bei deren Alarmierung sei ein Öltank schon nicht mehr auffindbar gewesen, heißt es, Ölgeruch sei aber feststellbar gewesen. Wahrscheinlich wurde der nicht gesondert behandelte Öltank des alten Hauses beim Abriss beschädigt, so dass Öl auslaufen konnte. Auf Veranlassung des Wasserwirtschaftsamtes, das ebenfalls einen Kontrolleur auf die Baustelle entsendet hatte, hat das Landratsamt München eine Anordnung erlassen, wonach der Bauherr Bodenproben veranlassen muss.

Damit soll festgestellt werden, ob, wie weit und wie viel Öl in den Boden gesickert ist. Das Grundwasser dürfte in der Kürze der Zeit noch nicht erreicht sein, erwartet Christian Leeb, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts München, so dass er dank des rechtzeitigen Eingriffs "keine unmittelbaren Schäden im Grundwasser" befürchtet, wie er sagt. Im Zuge der Ermittlungen soll auch ein Baugrund-Gutachten aufgetaucht sein, das als Grundlage der Neubauprojekte diente. Darin soll ein Verdacht auf Altlasten vermerkt sein, was übergangen und nicht bei den Behörden angezeigt wurde. Beim Besuch der Kontrolleure sei nun in einer aufgegrabenen Grube alter Betonabbruch zu sehen gewesen.

Oberschleißheim: Die Kriminalpolizei ermittelt vorerst gegen Unbekannt, weil sich erst im Zuge der Aufklärung zeigen könne, ob der Auftraggeber oder die ausführende Abrissfirma für eventuelle Delikte verantwortlich wären.

Die Kriminalpolizei ermittelt vorerst gegen Unbekannt, weil sich erst im Zuge der Aufklärung zeigen könne, ob der Auftraggeber oder die ausführende Abrissfirma für eventuelle Delikte verantwortlich wären.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Haus an einer Kurve der Haselsberger Straße im ältesten Oberschleißheimer Wohnkern war wohl einst im Eigentum einer Baufirma. Zur neuen Bebauung wurde das 1850 Quadratmeter große Grundstück nun in vier Parzellen aufgeteilt, auf denen jeweils ein Einfamilienhaus entstehen soll. Drei davon sind bereits genehmigt, der Bauantrag zum vierten liegt gerade im Oberschleißheimer Rathaus und wird auf der Tagesordnung des Gemeinderats-Ferienausschusses Mitte August stehen. Den Abriss hat wohl noch der Verkäufer des Grundstückes vor der Teilung in Auftrag gegeben.

Die Kriminalpolizei ermittelt vorerst gegen Unbekannt, weil sich erst im Zuge der Aufklärung zeigen könne, ob der Auftraggeber oder die ausführende Abrissfirma für eventuelle Delikte verantwortlich wären. Aus dem Landratsamt wird bestätigt, dass man auf dem Grundstück "mehrfach involviert" gewesen sei, weitere Details könnten aber nicht genannt werden, da die Untersuchungen noch liefen. Einer der Gründe, warum die Polizei von Anliegern gerufen wurde, hat sich immerhin als nicht illegal herausgestellt: Der Kahlschlag der Bäume auf dem Grundstück, ein Wacholder und zwei Scheinzypressen, war nicht widerrechtlich. Die Entfernung der Bäume war in den jeweiligen Bauanträgen angezeigt und vom Oberschleißheimer Rathaus abgenickt worden. Die Pläne sehen vor, dass in Summe sechs neue Bäume gepflanzt werden.

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