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Oberschleißheim:Schwimmer ziehen um

Das alte Oberschleißheimer Hallenbad ist in die Jahre gekommen, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

(Foto: Catherina Hess)

Das Hallenbad auf der Südseite der Oberschleißheimer Sporthalle wird abgerissen, stattdessen soll auf der Nordseite ein Neubau entstehen

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Das marode Oberschleißheimer Hallenbad an der Südseite der Sporthalle wird abgerissen und an der Nordseite neu aufgebaut. Mit klarer Mehrheit hat sich der Gemeinderat auf diesen Standort festgelegt, bei dem das Bad dann von der Hirschplanallee her erschlossen wird. Den Verbleib am bisherigen Standort hat das Gremium einstimmig abgelehnt, weil das Bad für die Bauphase nicht mehrere Jahre ausfallen soll. Versucht werden soll nun, die desolate Haustechnik so lange zu erhalten, bis der Neubau steht, um reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Eine vergleichende Standortstudie hatte dem Platz nördlich der Sporthalle den Vorzug vor einem Neubau im aktuellen Freigarten des Hallenbads gegeben. Der dritte untersuchte Standort an der Hirschplanallee, östlich des Huppwalds, wurde deutlich schlechter bewertet und vom Gemeinderat überhaupt nicht mehr näher diskutiert. Lediglich vier Gemeinderäte der SPD votierten für einen Neubau im Garten des noch bestehenden Bades. Die Fläche nördlich der Sporthalle sei stets als Erweiterungsfläche für einen Hallenausbau gedacht gewesen, so ihr Argument. Außerdem fehle als wesentliche Entscheidungsgrundlage, wie sich die Baukosten standortbezogen unterscheiden könnten. Hier befürchteten die vier, dass die Baustelle am neuen Standort teurer kommen könnte als bei einer Verlegung des Bades um wenige Meter. CSU, FW, Grüne, FDP und eine SPD-Rätin entschieden sich jedoch mit 24:4 Stimmen für die Fläche nördlich der Sporthalle. Ein Teil der nötigen Fläche ist bereits in Gemeindeeigentum und der Rest könne laut Angaben aus der Gemeindeverwaltung eingetauscht werden, das sei bereits vereinbart.

Der Umzug des Bades macht dann eine üppige Fläche am Ostende der Professor-Otto-Hupp-Straße frei. An das bestehende Bad grenzen derzeit der Bad-Garten, Spiel- und Bolzplätze an. Bürgermeister Markus Böck (CSU) versicherte in der Debatte ausdrücklich, dass über eine Nachfolgenutzung noch nicht nachgedacht werde. Wann die Gemeinde den Neubau des Bades angeht und wie das finanziert werden soll, ist noch offen. Der Beschluss legte ausschließlich den Standort fest.

Die Grünen im Gemeinderat hatten moniert, dass es aus der Gemeindeverwaltung bisher keinerlei Darstellungen zur Belegungssituation des Bades gegeben habe. Dies sei aber eine wesentliche Entscheidungsgrundlage, ob es sinnvoll sei, das Bad während der Bauphase offen zu halten und damit den bestehenden Standort auszuschließen. Erst in der Sitzung versicherte Betriebsleiter Franz Friedrich dann, dass im Bad durch Schulen, Betriebssportgruppen und ähnliche Nutzungen derzeit Vollauslastung an vergebenen Badezeiten herrsche. Auch im offenen Betrieb sei das Bad derzeit so gefragt, dass angesichts der coronabedingten Limitierung auf nur 40 Badegäste gleichzeitig nahezu täglich der Eingang geschlossen und Besucherdaher auch abgewiesen werden müssten.

© SZ vom 24.10.2020

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