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Schlosswirtschaft:Abschied von der Almhütte

Wirtshausserie: Die historische Schlosswirtschaft im Alten Schloss Schleißheim wird aktuell saniert und umgebaut / renoviert. Für die Übergangsgastronomie wurde eine Alm im Biergarten errichtet. Wirte Daniel u Sebastian Able.
 Foto:Alessandra Schellnegge

Die Almhütte, die die Zeit der Renovierung überbrücken sollte, kann nur noch für private Feiern gebucht werden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das Provisorium wird nach fünf Jahren abgebaut.

Von Irmengard Gnau

Ihren letzten offiziellen Betriebstag hatte die Schlosswirtschaft am 5. Oktober 2014. Seither sind die historischen Innenräume für den Publikumsverkehr geschlossen, auch wenn sich der Beginn der Renovierungsarbeiten, der ursprünglich für 2015 angesetzt war, noch verzögert hatte. Damit Besucher währenddessen nicht völlig auf dem Trockenen sitzen, wurde ein provisorischer Ersatz geschaffen: Sebastian und Daniel Able, die Söhne der bekannten Münchner Gastronomenfamilie, übernahmen die Übergangsbewirtung und errichteten dazu dem Zeitgeist folgend eine Almhütte am Rande des Biergartens. Die Gäste kamen, der Oberschleißheimer Gemeinderat verlängerte die Betriebsgenehmigung von 2018 auf Ende 2020.

Heuer freilich machte die Corona-Pandemie auch den jungen Wirtebrüdern Able einen Strich durch die Rechnung. Der Betrieb war seit März unterbrochen, die Almhütte kann derzeit nur für private Feiern reserviert werden, und auch im Biergarten gibt es aktuell nur noch eine Behelfsgastronomie mit Getränken und einem kleinen Imbissstand. Der wunderbare Ausblick auf das Schleißheimer Schloss freilich bleibt, und ein kühles Radler können Ausflügler bei schönem Wetter noch voraussichtlich bis November im Biergarten genießen.

Wenn die Schlosswirtschaft ihre Pforten nach der Renovierung wieder öffnen kann, wollen sich Sebastian und Daniel Able nach eigenen Angaben auch dort als Pächter bewerben.

© SZ vom 10.08.2020
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Die 300 Jahre alte Schlosswirtschaft in Oberschleißheim zog schon Anfang des 19. Jahrhunderts Ausflügler aus München an. Später war sie Treffpunkt von Künstlern und Soldaten des benachbarten Flugplatzes. Derzeit lässt sie die Bayerische Schlösserverwaltung aufwendig renovieren.

Von Irmengard Gnau

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