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Oberschleißheim:Rechenfehler bei der Müllgebühr

Die Bürger müssen heuer deutlich weniger zahlen, nicht mehr

Die Abfallgebühren in Oberschleißheim werden heuer um rund 15 Prozent günstiger. Das ist einerseits nichts Besonderes, weil das Rathaus jährlich neu kalkuliert und sich saisonale Schwankungen daher unmittelbar auf den Preis auswirken. Andererseits hatte die Gemeindeverwaltung zunächst eine Anhebung der Gebühren angekündigt. Der Gemeinderat hatte dies aber zurückgepfiffen, weil die dahinterstehende Kalkulation nicht plausibel schien. Nun wurde nachgerechnet - und statt fünf Prozent Erhöhung gibt es nun 15 Prozent Senkung.

FW-Sprecher Stefan Vohburger mahnte "größere Sorgfalt" in der Rathausverwaltung an. Hätten die ehrenamtlichen Gemeinderäte nicht nachgerechnet, würden die Oberschleißheimer Haushalte jetzt deutlich zu viel zahlen. Der Gemeinderat billigte die neuen Sätze einstimmig. Die 120-Liter-Tonne kostet statt 180 Euro nunmehr 156 Euro, die 80-Liter-Tonne statt 166 Euro jetzt 145 Euro.

Die Abfallgebühren waren zuvor zweimal hintereinander drastisch erhöht worden, 2019 um 40 Prozent und 2020 dann vom höheren Niveau aus um weitere 50 Prozent. Beide Male war dies damit begründet worden, dass die Überschüsse der Vorjahre aufgezehrt seien und es Preiserhöhungen bei unterschiedlichen Entsorgungsverträgen gegeben habe. Für 2021 hatte die Rathausverwaltung eine Anhebung der Gebühren um rund fünf Prozent vorgesehen. Ursächlich dafür sei unter anderem, "dass Rest- und Biomüll, Wertstoffhof und Papier neu ausgeschrieben wurden und hier ein Preisanstieg zu verzeichnen ist", hieß es. Nach der Korrektur wird nun angegeben, für die Reduzierung der Gebühren sei "ursächlich, dass Rest- und Biomüll, Wertstoffhof und Papier neu ausgeschrieben wurden und hier günstigere Preise erzielt werden konnten".

© SZ vom 24.02.2021 / kbh
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