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Oberschleißheim:Protest gegen Baumfällungen

Neuer Gemeinderat Oberschleißheim

Die Oberschleißheimer Grünen-Gemeinderätin Gaby Hohenberger gehört zu den Organisatoren der Demonstration am 19. Juni gegen das Fällen der alten Alleebäume.

(Foto: Florian Peljak)

Organisatoren rufen zu Demo am 19. Juni in Oberschleißheim auf

Gegen die anstehende Fällung von mehr als 20 Alleebäumen entlang der Oberschleißheimer Veterinärstraße gibt es nun eine Unterschriftenaktion, die auch durch eine Demonstration verstärkt werden soll. Am Samstag, 19. Juni, wird um 11 Uhr an der Veterinärstraße demonstriert. Parallel zu dieser Aktion, maßgeblich initiiert von Grünen-Gemeinderätin Gaby Hohenberger, haben die Bürgerinitiative "Oberschleißheim soll nicht weiter zerstört werden" und Kreisrätin Karin Schuster (ÖDP) in einem Brief an Bürgermeister Markus Böck (CSU) appelliert, "nochmal ernsthaft nachzudenken" über die Maßnahme.

Die Straße soll beim fortlaufenden Ausbau des südlich angrenzenden Universitäts-Campus der Tierärztlichen Fakultät verbreitert werden, um Begegnungsverkehr von Bussen zu ermöglichen. Nach den derzeit diskutierten Ausbauplänen müssten mehr als 20 Bäume gefällt werden, knapp zehn sollen verpflanzt werden. Hohenberger sieht durchaus noch nicht ausgereizte Alternativen in der Planung und fordert daher "eine Umplanung, die die alten Alleebäume erhält". Der MVV solle hinzugezogen werden, "um durch eine Fahrplanregelung die Notwendigkeit der Verbreiterung der Veterinärstraße zu verhindern". Dem Aufruf zur Demo am 19. Juni haben sich auch Friederike Forster, eine Anliegerin, und die Vdk-Vorsitzende und langjährige frühere SPD-Gemeinderätin Brigitte Scholle angeschlossen.

Gabriele Kämpf für die Bürgerinitiative und Kreisrätin Schuster regen in ihrem Brief ans Rathaus an, den Begegnungsverkehr der Busse über eine Signalampel nur für Busse zu regeln. Zudem sei "zu hinterfragen, ob die Busse zwangsläufig über die Veterinärstraße fahren müssen". Jedenfalls ist es nach ihrer Ansicht "in Zeiten dramatisch zunehmenden Klimawandels unverantwortlich, große Bäume zu schädigen oder gar zu fällen". Vielmehr solle ein Ort "stolz sein, dass wir Bäume haben, und sie hegen und pflegen". Dafür habe der Gemeinderat gerade erst frisch eine Baumschutzverordnung auf den Weg gebracht, der die geplante Fällung grob widerspreche. Die Initiative hatte Böck zum Amtsantritt bereits einen Themenkatalog zum Klimaschutz vorgelegt, den der Bürgermeister allerdings nach Aussagen der Initiatoren unbeantwortet gelassen hat.

Die Unterschriftenlisten zum Protest gegen die geplante Abholzung der Allee liegen unter anderem aus bei Schreibwaren Heckenstaller, im Tourismusbüro, in den Apotheken und im Telefonladen Klar. Zur Demo am 19. Juni muss Mund-Nase-Maske getragen werden, die erforderlichen Abstände sind einzuhalten.

© SZ vom 04.06.2021 / kbh
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