Die herausragende Bedeutung der Moore in Zeiten des Klimawandels ist vielen noch nicht so klar: Moore sind stille Wasserreservoire und gigantische Kohlenstoffspeicher zugleich. Die Ausstellung „Licht ins Moor“ im Bürgerzentrum Oberschleißheim macht das anschaulich begreifbar. Eröffnung ist am Montag, 21. September, um 18.30 Uhr.
Moore bestehen aus Torf, der sich über Jahrtausende aus angesammelten Tier- und Pflanzenresten gebildet hat. Die Moorflächen wirken wie Schwämme, speichern aber nicht nur Wasser, sondern auch enorme Mengen Kohlenstoff. Außerdem sind sie Lebensraum für seltene und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die es nur dort gibt. All diese positiven Aspekte treffen aber nur zu, sofern die Moore intakt und nicht entwässert sind.
Denn entwässerte Moore stoßen etwa acht Prozent der gesamten bayerischen Treibhausgasemissionen aus. Naturnahe Moore binden hingegen pro Hektar im Schnitt ungefähr 700 Tonnen Kohlenstoff. Mit etwa 2500 Hektar haben Moorflächen einen Anteil von gut vier Prozent an der Gesamtfläche des Landkreises München. Ob das wenig oder noch einigermaßen viel ist, kann man diskutieren. Die vier Prozent Mooranteil sind jedenfalls bayerischer Durchschnitt.
Der Schutz bestehender und die Wiedervernässung trocken gelegter Moore ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Wie effektiver Moor-Schutz aussieht, erklärt am Eröffnungsabend der Ausstellung Professor Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Er ist Leiter des Instituts für Ökologie und Landschaft der Hochschule und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats für natürlichen Klimaschutz. In seinem Vortrag „Nässer ist besser“ erklärt Drösler das Ökosystem der Moore und ihren Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.
Die Ausstellung kann vom 22. September bis zum 5. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten des Bürgerzentrums besichtigt werden. Die Moormanagerin des Landratsamts München bietet am Mittwoch, 23. und 30. September, jeweils um 14 Uhr Führungen durch die Ausstellung an. Um Anmeldung per E-Mail an christa.zeitlmann@lra-m.bayern.de oder unter der Telefonnummer 089/62 21 52 76 wird gebeten. Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation der Moorfachkräfte der Landkreise München, Dachau und Fürstenfeldbruck, des Vereins Dachauer Moos und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

