Oberschleißheim:Gift-Verdacht belastet Pläne für Gesundheitspark

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Die Grünen warnen wegen verunreinigter Böden vor Folgen für den "Health Technology Campus"

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Auf dem Gelände des staatlichen Lehr- und Versuchsguts in Oberschleißheim ist der Boden mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt; das haben Bodenproben vor einem möglichen Erweiterungsbau bereits vor einiger Zeit ergeben. Und was ist mit dem nebenan geplanten neuen Gewerbegebiet "One Health Technology Campus"? Die Grünen im Gemeinderat fordern dort eine Untersuchung. Es sei zweifelsfrei zu klären, welche Schadstoffe dort möglicherweise zu entsorgen seien und wer dafür die Kosten trage.

Bei den Baugrunduntersuchungen am Lehr- und Versuchsgut war eine PAK-Konzentration im Oberboden ermittelt worden. Auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Markus Büchler und Claudia Köhler hin berichtete das bayerische Umweltministerium, dass der Boden bis in 70 Zentimeter Tiefe als "belastet" einzustufen sei. Ein möglicher Aushub müsse "einer ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung zugeführt werden". In tieferen Schichten sei keine Verunreinigung nachweisbar, weswegen etwa Gefahren für das Grundwasser von der Behörde ausgeschlossen wurden.

Die Grünen-Gemeinderatsfraktion warnt nun, es liege "der Verdacht nahe, dass das Gewerbe-Planungsgebiet ebenfalls mit gesundheitsschädlichen PAK belastet sein könnte". Der Campus "One Health" schließt westlich an das Lehr- und Versuchsgut und dessen kontaminierte Erweiterungsfläche an. Das Umweltministerium hatte im Untersuchungsbericht nur mitgeteilt, dass "Spekulationen über die Beschaffenheit angrenzender Bereiche" nicht angestellt würden.

Für die Grünen besteht die Gefahr, dass der Investor, mit dem die Gemeinde "One Health" realisieren will, bei nachträglichen Sanierungskosten abspringt. Und dies könnte "gegebenenfalls zur Folge haben, dass die Gemeinde auf im Voraus geleisteten Planungskosten sitzen bleibt", warnen die Grünen. Man dürfe "keinesfalls die Katze im Sack annehmen", mahnt Gemeinderätin Ingrid Lindbüchl. "Völlig unnötig würde die Gemeinde ohne Beprobung ein erhebliches wirtschaftliches Risiko eingehen", betont ihr Fraktionssprecher Fritz-Gerrit Kropp und appelliert an die Kollegen: "Bitte nicht noch ein Blindflug, so wie bei der Verkehrserschließung dieses Gewerbegebietes." Hier rügen die Grünen, dass es zu der geplanten Erschließung über eine Westumgehung noch keine belastbaren Straßenbaupläne gebe.

Die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe zeigen laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "geringe akute Toxizität", also Giftigkeit, einige Vertreter dieser Stoffgruppe wiesen "jedoch krebserregende Eigenschaften auf".

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