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Oberschleißheim:"Es wird gedüngt und Gift gespritzt"

Ausgereizt: Die Grünen Claudia Köhler und Markus Büchler kritisieren die intensive Landwirtschaft.

(Foto: Privat)

Grüne vermissen Artenschutz beim Versuchsgut

Auch zwei Jahre nach dem erfolgreichen Artenschutzvolksbegehren "Rettet die Bienen" kümmert sich der Freistaat Bayern nach Ansicht der Grünen im staatlichen Lehr- und Versuchsgut der Ludwig-Maximilians-Universität in Oberschleißheim nicht um den Artenschutz. Es werde vielmehr weiter geackert, gedüngt und Gift gespritzt, als wenn nichts gewesen wäre, kritisieren die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler. "Wofür haben wir abgestimmt, wofür gibt es das sogenannte Versöhnungsgesetz, wenn selbst der Freistaat sich nicht an seine Gesetze hält?", gibt Köhler zu bedenken. Der Freistaat habe eine Vorbildfunktion und müsse Signale an die Bevölkerung senden, so die Unterhachingerin.

Der Oberschleißheimer Landtagsabgeordnete Markus Büchler beobachtet das Vorgehen des Lehr- und Versuchsguts regelmäßig auf seiner Jogging-Runde: "Jedes Mal ärgere ich mich, wie bis in die Feldwege hineingeackert wird. Das Auge sieht nur ausgeräumte und tote Flur bis zum Horizont. Kein Vogel, kein Tier, nichts ist zu sehen." Heikel sei, dass die Flächen im Randbereich des schützenswerten Niedermoors des Dachauer Moos liegen. Durch das Vorgehen des Versuchsguts würden also auch Moore bewirtschaftet, so Büchler. Dabei würden pro Hektar und Jahr mehr als 30 Tonnen Treibhausgasäquivalente freigesetzt. Der "CO₂-Rucksack" des Guts mit seinen 230 Hektar Ackerbau auf Niedermoor sei somit enorm, klagt Büchler.

© SZ vom 14.01.2021 / SZ
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