Oberhaching Freie Hand für die Vereine

Nach einem erfolglosen Anlauf vor zwölf Jahren sollen die Flächen auf dem Sportdreieck jetzt neu geordnet werden.

(Foto: Claus Schunk)

Die Gemeinde Oberhaching bereitet den Weg für eine Neuordnung und Erweiterungen der Sportflächen zwischen den Bahnlinien

Von Iris Hilberth, Oberhaching

So richtig glücklich sind die Oberhachinger Sportvereine mit dem Areal südlich des Grünwalder Wegs zwischen den beiden Bahnlinien schon lange nicht mehr. Beim FC Deisenhofen spielen inzwischen 30 Mannschaften, die viel Platz brauchen, auf dem Rasen genauso wie im Vereinsheim und in den Umkleiden. Auch der TSV, der Tennisclub und die Bogenschützen drängen seit Jahren auf Veränderung und Erweiterung des sogenannten Sportdreiecks. Nachdem vor zwölf Jahren ein damals ausgearbeiteter Entwicklungsplan wieder verworfen worden war, packt die Gemeinde jetzt das Thema wieder an, der Gemeinderat verständigte sich auf eine Rahmenplanung, die laut Rathausverwaltung die Wünsche der Vereine bezüglich der benötigten Flächen berücksichtigt und zugleich die Möglichkeit bietet, einzelne Baumaßnahmen zeitlich unabhängig umzusetzen.

Anders als bei den Planungen von 2007, als die Fußballplätze gedreht werden sollten und eine neue Dreifachturnhalle sowie eine Tartanbahn vorgesehen war, sollen nun die bestehenden Sportanlagen weitgehend unangetastet bleiben. Dadurch sollen unnötige Kosten verhindert werden. Auch sind die Zufahrten und Parkplätze für Fahrräder und Autos mit Blick auf die entsprechende Zuordnung zu den Sportstätten überarbeitet worden.

"Damals hatten wir eine andere Situation", erinnerte Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) an die Diskussionen vor zwölf Jahren. Der Tennis- und Squashpark habe 2007 kurz vor der Insolvenz gestanden. Problematisch war, dass es sich um ein Erbbaurechtsgrundstück handelte und von Seiten der Pächter laut Schelle keine große Lust bestand, in Sportanlagen zu investieren und andere Nutzungen diskutiert wurden. In der Gemeinde aber war man sich einig, dass es an dieser Stelle nur Sport geben soll. Inzwischen wurde das Erbbaurecht zurückgegeben, sodass es möglich wurde, weitere Flächen für den Sport zu generieren.

Von der neuen Turnhalle ist man inzwischen abgerückt. "Wir werden mit der Realschule einen neue Halle bekommen", sagte Schelle. Auch die Tartanbahn benötigen die Leichtathletein des TSV offenbar nun doch nicht; die Anlagen am Gymnasium reichten aus, hieß es in der Sitzung. So soll nun lediglich ein Kleinfeld-Fußballplatz verlegt und das Fußball-Spielfeld gedreht werden, falls der Tennisclub seine Anlagen erweitern möchte. Derzeit besteht hierzu laut Verwaltung aber kein Bedarf. Nachdem sich der Kunstrasenplatz bewährt habe, soll direkt daneben ein weiterer entstehen. Da Kunstrasenplätze aus Umweltschutzgründen derzeit allerdings in der Diskussion sind, versprach Schelle, sich die Sache "mit dem Mikroplastik erst noch mal anzuschauen", bevor man hier Entscheidungen treffe. Die übrigen vorhandenen Sportstätten sowie die Zufahrten und Parkplätze sollen dauerhaft erhalten bleiben, die Zufahrt zum Sportdreieck über den Kreisverkehr von der Raiffeisenallee und der Straße Am Sportpark erfolgen. Die Gemeinde erhofft sich eine deutliche Entzerrung des Verkehrs, da die Autos nicht mehr das gesamte Gelände umfahren müssen. Auch verspricht die Rathausverwaltung eine geringere Bodenversiegelung.

Schelle sprach vom "Durchschlag des gordischen Knotens", da nun jeder Verein für sich investieren könne. In zwei bis drei Bauphasen könnten der FC Deisenhofen sowie der TSV Oberhaching mit den Neubauten ihrer Vereinsheime und neuen Sportstätten beginnen. Während der Baumaßnahmen könne der Spielbetrieb aufrechterhalten werden. Die Zuordnung alle Flächen zu den Vereinsgebäuden ermögliche zudem eine Abgrenzung der Sportstätten. Nun ist es an den Vereinen, sich Planer zu suchen und Konzepte auszuarbeiten, die Investitionen abzuschätzen und sich um Zuschüsse zu bemühen.