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Oberhaching:700 Unterschriften gegen Schulbau

Initiative will FOS an der Kugleralm statt am Bahnhof Deisenhofen

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Pro Oberhaching", die eine Fachoberschule (FOS) am Bahnhof Deisenhofen verhindern wollen, haben eigenen Angaben zufolge inzwischen 700 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Das Quorum für einen Bürgerentscheid haben sie damit noch nicht erreicht, dafür müssten etwa tausend Oberhachinger gegen den Schulcampus an dieser Stelle unterschreiben.

Die Gemeinde Oberhaching und der Landkreis München verfolgen derzeit die Idee, gegenüber dem Bahnhof ein gemeinsames Schulzentrum, bestehend aus einer Realschule und einer FOS zu errichten. Endgültig sei die Standortentscheidung nicht gefallen, Alternativen würden geprüft, beteuerten die Kommunalpolitiker zuletzt immer wieder. Der Gemeinderat fasste im Februar auch einen entsprechenden Beschluss. Allerdings verweisen sie auch auf die Synergieeffekte, die ein solcher Campus hätte, wenn die Schüler beider Einrichtungen Gebäudeteile wie Sporthalle und Mensa gemeinsam nutzen könnten. Für die Realschule wird ein Zweckverband zuständig sein, in dem Oberhaching, verschiedenen Nachbargemeinden und der Landkreis Mitglied sind. Die Finanzierung der FOS obliegt alleine dem Landkreis.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens allerdings befürchten unter anderem mit einen solchen Campus am Bahnhof Deisenhofen "zu viel Verkehr im Ortskern", "riesige Baukörper, die als Sonderbauten nicht der Ortsbausatzung unterliegen" und "unnötigen Flächenfraß". Der ehemalige Oberhachinger Verwaltungsmitarbeiters Gerhard Jost hat deshalb einen Gegenvorschlag erarbeitet und diesen sowohl dem Gemeinderat als auch dem Kreistag sowie dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München als Alternative unterbreitet.

Dieser sieht vor, die Fachoberschule auf einem Grundstück am Gewerbegebiet zwischen dem Bajuwarenring und der Kreisstraße M 11 auf Höhe der Einfahrt zur Kugleralm zu errichten. Als Begründung führt er zum einen die städtebauliche Situation an, nennt aber auch die Möglichkeiten einer Erweiterung der Einrichtung auf diesem teilweise gemeindeeigenen Grundstück, etwa um eine Berufsoberschule (BOS). Auf dem derzeit anvisierte Grundstück am Bahnhof Deisenhofen hält er neben einer Realschule zusätzliche Wohnbebauung für sinnvoll.

© SZ vom 27.05.2020 / hilb

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