„Nicht bei uns, nicht mit uns“ heißt der Titel der Resolution, mit der der Bezirk Oberbayern seine Verantwortung bekräftigt, jüdisches Leben, jüdische Kultur und das jüdische Erbe zu schützen sowie jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Aus historischem Bewusstsein und mit einem wachen Blick in die Zukunft, denn „Antisemitismus stellt die Grundwerte einer offenen, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft infrage“, heißt es in der Pressemitteilung zur Resolution.
Dabei wird auf eine spezielle Rolle hingewiesen, die der Bezirk Oberbayern hat: Als Rechtsnachfolger der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalten – heute die psychiatrischen kbo-Kliniken – habe der Bezirk eine besondere Verantwortung für die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In den damaligen Einrichtungen wurden Menschen entrechtet, verfolgt und im Rahmen der sogenannten Euthanasie ermordet. Zu den Opfern gehörten auch jüdische Patientinnen und Patienten. Der Bezirk Oberbayern sieht sich deshalb der Erinnerungskultur, der wissenschaftlichen Aufarbeitung und dem Schutz der Menschenwürde besonders verpflichtet.
Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger wird so zitiert: „Antisemitismus ist kein Problem der Vergangenheit, sondern eine Bedrohung für unsere freiheitliche Gesellschaft in der Gegenwart. Deshalb setzen wir mit dieser Resolution ein bewusstes Zeichen: für Menschenwürde, für Respekt und für ein friedliches Miteinander.“

