HaushaltssperreNeuried will ein Drittel der Spielplätze auflösen

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Zu den fünf Spielplätzen, von denen sich die Gemeinde trennen will, gehört auch der an der Jagerbauerstraße, hier ein Bild vom Dezember 2025. Diesen wollte die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr abstoßen, Anwohner haben eine Petition dagegen initiiert.
Zu den fünf Spielplätzen, von denen sich die Gemeinde trennen will, gehört auch der an der Jagerbauerstraße, hier ein Bild vom Dezember 2025. Diesen wollte die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr abstoßen, Anwohner haben eine Petition dagegen initiiert.
Catherina Hess
  • Die finanziell angeschlagene Gemeinde Neuried will fünf von 15 Spielplätzen auflösen, um jährlich 16 000 Euro Unterhaltskosten zu sparen.
  • Bürgermeister Hrasky begründet die Maßnahme damit, dass es in Neuried „viel zu viele" Spielplätze gebe, die oft „verwaist" seien.
  • Die verbleibenden größeren Spielplätze sollen nach einem neuen Konzept umgestaltet werden, um verschiedene Altersgruppen und Themenschwerpunkte zu berücksichtigen.
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Um das Geld für den Unterhalt zu sparen, soll die finanziell angeschlagene Gemeinde laut Beschluss ein Drittel ihrer Spielplätze aufgeben. Es gebe dort ohnehin „viel zu viele“, sagt der Bürgermeister.

Von Annette Jäger, Neuried

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Die Gemeinde Neuried muss überall sparen, wo es geht. Aktuell gilt eine Haushaltssperre, die alle Ausgaben auf den Prüfstand bringt. Bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten, die den Haushalt langfristig entlasten, sind die Spielplätze in den Fokus gerückt. 15 von ihnen gibt es im kleinen Neuried, außerdem drei Bolzplätze. Mehr als genug, so die Auffassung der Verwaltung und des Bauausschusses. Deshalb sollen jetzt fünf Spielplätze aufgelöst werden, hat das Gremium in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Damit kann die Gemeinde rund 16 000 Euro im Jahr an Unterhaltskosten sparen.

Spielplätze aufzulösen, um Geld zu sparen: Das hat das Zeug dazu, einen Aufschrei zu verursachen. So ist es auch geschehen, als die Gemeinderäte sich schon im vergangenen Jahr offen dafür zeigten, einen der Spielplätze – jenen in der Jagerbauerstraße – aufzugeben und den Baugrund zu verkaufen, um den Haushalt auszugleichen. Aktuell läuft noch eine von Anwohnern initiierte Petition dagegen, 777 Unterschriften wurden bisher gesammelt. Dennoch hat der Bauausschuss nun dafür gestimmt, auch den Spielplatz in der Jagerbauerstraße aufzulösen. Er ist einer der fünf Spieleinrichtungen, von denen sich die Kommune trennen will.

In Neuried gebe es „viel zu viele“ Spielplätze im Vergleich zu anderen Kommunen und auch Münchner Stadtteilen, sagt Bürgermeister Robert Hrasky (BZN) auf SZ-Anfrage. Viele seien „verwaist“ und würden gar nicht richtig genutzt. Dennoch seien sie ein Kostenfaktor. Spielgeräte müssten gewartet, repariert oder erneuert werden. Vor allem die TÜV-Prüfung sei teuer. Pro Spielplatz fallen nach Auskunft des Kämmerers Robert Beckerbauer im Durchschnitt 3200 Euro im Jahr an Unterhaltskosten an.

Gespielt werden soll in Neuried künftig trotzdem, es soll sogar attraktiver werden, verspricht der Bürgermeister. Der Bauausschuss hat sich nämlich auch für ein neues Spielplatzkonzept ausgesprochen: Die verbleibenden größeren Spielplätze sollen nach und nach umgestaltet werden, dabei sollen verschiedene Altersgruppen berücksichtigt und Themenschwerpunkte bei Spielgeräten gesetzt werden, so die Idee der Verwaltung. Die Spielplatzgestaltung soll Kinder dazu einladen, verschiedene Einrichtungen im Gemeindegebiet zu nutzen. Auch ein barrierefreier Spielplatz ist angedacht. Bei der Gestaltung könnten Ideen der Bürgerinnen und Bürger einfließen.

Woher das Geld für das neue Spielplatzkonzept kommt, wenn die Gemeinde doch sparen muss? „Wenn wir Unterhaltskosten einsparen, werden Kapazitäten frei“, stellt der Rathaus-Chef Hrasky in Aussicht. Die fünf Spielplätze, von denen sich die Gemeinde laut Beschluss trennen will, sollen auch nicht von heute auf morgen werden verschwinden. Sie werden nach und nach zurückgebaut – geht ein Gerät kaputt, wird es nicht mehr ersetzt, sagt Hrasky.

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