Neuried/Pullach:Kostenübernahme für Windräder

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Landkreis berät über Beteiligungan Rotoren im Forstenrieder Park

Von Martin Mühlfenzl, Neuried/Pullach

Selbst aus der Stadt München sind die vier schmalen Stängel gut zu erkennen. Die Windkraftanlagen in Berg im Kreis Starnberg prägen mittlerweile wie selbstverständlich das Alpenpanorama - und lassen erahnen, wie sich in nicht allzu ferner Zukunft die Silhouette weiter verändern könnte. Denn die Gemeinden Neuried und Pullach planen im Forstenrieder Park die Errichtung von bis zu sechs Windrädern mit jeweils einer Gesamthöhe von nahezu 250 Metern. Unlängst hat sich die Gemeinde Baierbrunn der Arge Windkraft angeschlossen - laut Gemeinderat zunächst unter Vorbehalt.

Diesen hat das Baierbrunner Gremium formuliert, weil es abwarten will, wie sich der Kreistag grundsätzlich zu dem Projekt positioniert und ob er es finanziell fördern wird. Der Ausschuss für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen des Kreistags wird sich an diesem Dienstag, 16. November, mit dem Vorhaben beschäftigen, seine Zustimmung hat das Gremium schon in der vorigen Sitzung erteilt. Nun geht es darum, ob der Landkreis rückwirkend die Kosten für die sogenannte Windabschätzung sowie die Ausarbeitung des Arge-Vertrages übernimmt. Pullach und Neuried haben in einem Antrag die Kostenübernahme eingefordert, auch mit dem Hinweis auf Gleichbehandlung. Denn beim Projekt Windkraft im Hofoldinger Forst ist der Landkreis in finanzielle Vorleistung gegangen. Letztlich geht es dabei nur um etwa 9000 Euro, wichtiger aber ist die Symbolkraft, die von einem positiven Bescheid der Kreisräte ausgehen würde. Zudem ist es den Kommunen wichtig, auf den Kosten nicht sitzen zu bleiben, falls das Projekt doch noch scheitern würde.

Dennoch ist das Vorhaben Windkraft im Forstenrieder Park bereits weit fortgeschritten. Das Besondere bei diesem Projekt ist, dass es auf staatseigenem Grund realisiert werden soll; der Forstenrieder Park ist als Staatsforst gemeindefreies Gebiet. Als Grundeigentümer haben die Bayerischen Staatsforsten, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, mit Neuried und Pullach einen Standortsicherungsvertrag geschlossen, in dem geprüft wird, ob Rotoren dort überhaupt wirtschaftlich betrieben werden und wie viele entstehen könnten.

Der Landkreis selbst wird sich - wie beim Vorhaben im Hofoldinger Forst - allerdings aller Voraussicht nach nicht direkt als Partner in der Arge beteiligen. Es gehe aber darum, heißt es aus dem Landratsamt, die Kommunen "in der frühen Projektphase" organisatorisch zu unterstützen und "das hohe Risiko eines Projektabbruchs" in Teilen mit zu übernehmen.

Das Risiko besteht einerseits darin, dass sich das Windpotenzial als zu gering erweist, um die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. Andererseits ist auch mit erheblichem Widerstand aus der Bevölkerung zu rechnen, wie das Beispiel Hofoldinger Forst zeigt. Dort gab und gibt es insbesondere in Brunnthal, das sich mittlerweile aus dem Vorhaben verabschiedet hat, massiven Widerstand.

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