GesundheitZehn Tipps, um nicht an Demenz zu erkranken

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Suche nach Halt: Eine Pflegerin führt die Bewohnerin einer Demenz-Wohngemeinschaft an der Hand.
Suche nach Halt: Eine Pflegerin führt die Bewohnerin einer Demenz-Wohngemeinschaft an der Hand. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die Gerontologin Maximiliane Figgemeier spricht in Neuried über körperliche und geistige Vitalität im hohen Alter.

Von Annette Jäger, Neuried

Die Zahl der Demenzerkrankungen steigt: Mehr als 1,8 Millionen Menschen sind nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Deutschland betroffen, die meisten davon leiden an der Alzheimer-Krankheit. Wenig bekannt ist, dass man der Volkskrankheit aktiv vorbeugen kann. Wer zehn Tipps in seinen Alltag einbaut, kann sein Risiko an einer Form von Demenz zu erkranken, um bis zu 45 Prozent senken, sagt Maximiliane Figgemeier, Gerontologin und Dozentin der Alzheimer Gesellschaft im Landkreis München.

Maximiliane Figgemeier ist Gerontologin und Dozentin der Alzheimer Gesellschaft im Landkreis München.
Maximiliane Figgemeier ist Gerontologin und Dozentin der Alzheimer Gesellschaft im Landkreis München. (Foto: Monika Wrba)

Bei einer Demenzerkrankung sterben Nervenzellen im Gehirn ab, erklärt Figgemeier. Die Folge: Verhaltensweisen, die das verhindern und sogar dazu beitragen, dass sich neue Nervenzellen bilden, können einer Erkrankung entgegenwirken. Die zehn vorbeugenden Maßnahmen, die Figgemeier zusammengestellt hat, sind kein Zauberwerk. Sie klingen eher wie die Formel für einen gesunden Lebensstil, der ganz grundsätzlich die körperliche und geistige Vitalität bis ins hohe Alter fördert.

Ihre Empfehlungen basieren auf neuesten Erkenntnissen über Vorbeugemaßnahmen, die die internationale Lancet-Kommission im vergangenen Jahr veröffentlicht hat, erklärt Figgemeier. Die zehn Tipps umfassen Maßnahmen zu geistiger und sozialer Aktivität, sie zielen auf gesunde Ernährung, viel Bewegung und eine frühzeitige Behandlung von Einschränkungen wie etwa Seh- und Hörverlust ab.

An erster Stelle der zehn Tipps steht die Empfehlung, aktiv zu bleiben und Beziehungen zu pflegen (1). Eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht gehören ebenfalls zu den präventiven Maßnahmen (2). Neugierig bleiben und kontinuierlich Neues zu lernen, sollte man sich zum Ziel setzen (3). Wenn nötig, sollte man ein Hörgerät nutzen sowie eine Sehhilfe (4). Ferner gehört ausreichend Schlaf zu den vorbeugenden Maßnahmen (5), genauso wie der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol (6). Überdies sollte man Stress vermeiden und stattdessen für Entspannung sorgen (7). Weiterhin sollte man seinen Kopf vor Verletzungen schützen (8). Bewegung, möglichst an der frischen Luft, sollte täglich stattfinden (9), Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten rechtzeitig behandelt werden (10).

Vorbeugung setzt auf Reize fürs Gehirn

Eines haben alle vorbeugenden Maßnahmen gemeinsam: Sie setzen neue Reize im Gehirn und tragen auch zu einer guten Durchblutung unseres Denkapparats bei, erklärt Figgemeier. Eine Durchblutungsstörung hingegen könne etwa eine bestimmte Form von Demenz fördern. Wichtig sei, dass Prävention Spaß macht, betont die Gerontologin, die in ihrem Vortrag auch erklären wird, wie das Erinnern und Vergessen funktioniert.

Deshalb sollte man sich Beschäftigungen und Bewegungen suchen, die einem Freude bereiten. Die zehn Tipps, die sich in den Alltag integrieren lassen, können auch noch bei einer beginnenden Demenz wirkungsvoll sein, betont Figgemeier. Bei allem Schrecken, der einer Demenzerkrankung anhaftet, vor allem, weil sie bislang nicht heilbar ist, so sei es auch ermutigend, zu wissen, dass es einige Faktoren gebe, die man selbst beeinflussen könne.

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