Neuer Schulcampus:Adresse und Name fürs Gymnasium

Aschheim diskutiert darüber, verdiente Frauen mehr zu würdigen

Von Irmengard Gnau, Aschheim

Das neue Aschheimer Gymnasium wird "Am Schulcampus" residieren. Dafür hat sich eine Mehrheit des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung ausgesprochen. Die Hoffnung, die Straße könnte nach einer Frau benannt werden, mussten die dies Favorisierenden zunächst begraben. Bei der Namenswahl für das Gymnasium sollen aber weitere Vorschläge berücksichtigt werden.

Aschheim treibt die Entwicklung des Areals an der Eichendorffstraße am südlichen Ortseingang zuletzt stark voran, wo neben der bestehenden Emmeram-Realschule ein neues Gymnasium mit Sportanlagen und Turnhalle entstehen wird. Jüngst hat die Gemeinde die Erschließung geregelt, die Ludwig-Thoma-Straße soll bis zur Ludwig-Ganghofer-Straße verlängert werden, um so eine sichere Zufahrt für Schülerinnen und Schüler abseits der viel befahrenen Eichendorffstraße zu schaffen. Nun galt es, für die beiden Schulen, die künftig den neuen Schulcampus bilden werden, diese Straße neu zu benennen.

Die Zeit dränge, gab Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) seinem Gremium zu verstehen. Der Zweckverband weiterführende Schulen im Osten des Landkreises, in dem außer Aschheim auch Kirchheim und Feldkirchen sowie der Landkreis vertreten sind, will den Schulbau zügig voranbringen. 2025 sollen in Aschheim die ersten Gymnasiasten unterrichtet werden, in einem mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie einem sozialwissenschaftlichen Zweig.

Ganz ohne Debatte wollte der Gemeinderat die Frage des Straßennamens aber auch nicht abnicken. Eine bloße Weiterführung der "Ludwig-Thoma-Straße" lehnte das Gremium ebenso ab wie den Verwaltungsvorschlag, die Straße dem bayerischen Schriftsteller Oskar Maria Graf zu widmen. Ingrid Lenz-Aktaş plädierte vielmehr dafür, eine Frau als Namenspatronin zu wählen; Frauennamen sind im Aschheimer Straßenatlas noch deutlich unterrepräsentiert. Die französische Chemikerin Marie Curie, die bayerische Autorin Marieluise Fleißer oder auch Schauspielerin Therese Giehse nannte sie als Kandidatinnen. Aus den Reihen der Bürger wurde Max Mannheimer als möglicher Namenspatron ins Spiel gebracht.

Zur Abstimmung kam es am Ende jedoch nurmehr über die von der Verwaltung vorgeschlagene und von Glashauser favorisierte Option "Am Schulcampus", die eine knappe Mehrheit fand. Immerhin versprach der Bürgermeister, die berühmten Frauen auf die Liste möglicher Namenspatroninnen für das Gymnasium selbst zu setzen.

© SZ vom 26.07.2021
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