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Oberhaching:Wohltaten für den Po

Sandy Glückstein stellt ihre Geschäftsidee am Montagabend in der TV- Gründershow "Die Höhle der Löwen" vor. Die Produkte sind bereits in Geschäften zu bekommen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Oberhachinger Geschäftsfrau Sandy Glückstein hat mit "PoBeau" eine Kosmetikserie für das Gesäß entwickelt.

Von Iris Hilberth, Oberhaching

Manchmal muss man eine Geschäftsidee einfach mal von einer anderen Seite aus betrachten, um eine Marktlücke zu entdecken. So wie Sandy Glückstein, die plant, in der Kosmetikbranche Fuß zu fassen, aber nicht die hundertste Gesichtscreme oder schon wieder ein neues Shampoo anpreisen wollte, sondern etwas wirklich Neues entwickeln. Warum also nicht statt immer nur die Nase pudern einfach mal dem Gesäß etwas Gutes tun? Anfang dieses Jahres gründete die in Oberhaching ansässige Geschäftsfrau die Firma PoBeau, und wie der Namen schon sagt, besteht ihr Sortiment aus Schönheitsmasken für den Po.

Online sind sie in fünf Variationen schon zu haben, auch in den Regalen verschiedener großer Kaufhäuser wie bei Beck und Oberpollinger in München sowie in der Grünwalder Parfümerie am Marktplatz kann man sich bereits damit eindecken. Jetzt sucht Glückstein nach einem Investor für ihr Unternehmen und hat daher an der Gründershow "Die Höhle der Löwen" des Fernsehsenders VOX teilgenommen. An diesem Montagabend (20.15 Uhr) wird die Sendung ausgestrahlt.

Die Münchnerin Sandy Glückstein ist promovierte Soziologin und verdient ihr Geld bislang als Unternehmensberaterin, war für verschiedene große Firmen tätig, vor allem in der Unternehmens- und Produktentwicklung. Kosmetik war bislang ein Hobby, aber eines, das sie seit ihrer Kindheit mit viel Leidenschaft betreibt. "Ich habe schon immer in meiner Küche eigene Cremes gerührt, Lipgloss hergestellt und die selbstgemachte Kosmetik auch im Bekanntenkreis verschenkt", sagt sie. So kam es, dass eine Freundin sie fragte, ob sie auch etwas für den Po habe, vor allem gegen Pickel. Sie habe dann zunächst einmal in den Drogerieregalen nach solchen Produkten speziell für das Gesäß gesucht, aber nichts gefunden. "Dann muss ich es eben selbst machen", dachte sie sich. Sie weiß auch, dass die meisten bei dem Gedanken an eine Po-Pflegeserie erst einmal schmunzeln, auch Bekannte reagierten mit Witzen. Sie lacht dann auch gerne mal herzhaft mit. "Aber die kennen mich und wissen, dass so etwas Verrücktes nur von mir kommen kann." Gleichwohl ist sie überzeugt davon, dass dies tatsächlich eine Marktlücke ist und ihre Masken kein Nischenprodukt blieben müssen, sondern sie damit ein "neues Regal" in den Drogerien eröffnen kann. Denn so abwegig fand sie die Idee von Anfang an nicht. "Schließlich ist der Po 24 Stunden im Einsatz. Wir sitzen stundenlang darauf, auch beim Sport - etwa beim Radfahren in engen Polyesterhosen - wird er arg strapaziert", sagt die 45-Jährige. Auch sei der Po derzeit das Trend-Körperteil schlechthin, wenn man sich Jennifer Lopez, Kim Kardashian oder Shakira angucke.

Glückstein ist die Sache dann ganz professionell angegangen, hat erst einmal mit Hautärzten über die gängigen Probleme an dieser Stellen gesprochen und erfahren: "Das möchte man nicht wirklich wissen, aber Pickel haben sie alle." Zunächst dachte sie sich, "was fürs Gesicht gut ist, kann ich auch auf den Po schmieren", doch so einfach sei das nicht, auch weil die Creme im Gesicht viel schneller einziehe und anders herum manche Behandlung für den Po eine vorübergehende Hautrötung durch die hervorgerufene Durchblutung hervorrufe, die man im Gesicht nicht haben wolle. Nach ihren Rezepten wurden dann in einem Münchner Labor jene fünf Masken entwickelt, die Feuchtigkeit spenden, Haut straffen, Unreinheiten bekämpfen oder die Haut aufhellen sollen. Bald werde es noch eine Enthaarungs-Creme geben. Laut Glückstein kommt die Pflege ohne Parabene, Silikone, Mineralöle oder tierische Zusatzstoffe aus.

Eine Jury hat Sandy Glückstein von ihrem Produkt bereits überzeugt. Im November gewann sie unter 150 Mitbewerberinnen den Gründerinnenpreis der Firma Henkel. Sie habe damals sehr viel positives Feedback bekommen, sagt sie. Die Teilnahme nun an der Fernsehshow sieht sie als "Mega-Gelegenheit", vor Profis ihr Produkt zu präsentieren.

© SZ vom 14.09.2020/hilb

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