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Neue Berufsschule im Osten:"Wahrscheinlich" Ebersberg

Inititive "Job meets refugee" im Würmtal, 2016

Die berufliche Ausbildung erfreut sich wieder einer größeren Beliebtheit. Eine neue Berufsschule wird im Münchner Osten benötigt.

(Foto: Robert Haas)

Landrat Göbel und sein Amtskollege Niedergesäß sprechen im Kultusministerium über Standort für neue Berufsschule.

Die neue Berufsschule, die im Münchner Osten gebaut werden soll, wird voraussichtlich im Landkreis Ebersberg entstehen. Wie das Landratsamt München am Donnerstag mitteilte, haben sich Vertreter des Kultusministeriums und die Landeräte der beiden benachbarten Kreise in einem Gespräch auf die Ansiedelung der gemeinsamen Bildungseinrichtung verständigt.

Ein genauer Standort des neuen Berufsschulzentrums sowie eine mögliche Zweckverbandslösung soll noch in diesem Herbst in den Kreisgremien diskutiert werden. Der Standort im Landkreis Ebersberg gelte als "wahrscheinlich". Über die Fachrichtungen der neuen Schule muss sich das Haus von Kultusminister Ludwig Spaenle bis dahin Gedanken machen.

Überraschend hatte das Kultusministerium vergangene Woche eine neue Berufsschule im Münchner Osten in Aussicht gestellt. Dieser Idee vorangegangen war der Vorstoß von Landrat Christoph Göbel (CSU), der händeringend nach Möglichkeiten sucht, die steigende Zahl von jungen Flüchtlingen in Übergangsklassen unterzubringen. Mit bis zu 1500 Schülern rechnet der Landkreis München in naher Zukunft, die zur Vorbereitung auf die Berufsschule in diesen Klassen untergebracht werden müssen.

Die Rede ist von einer vollwertigen Berufsschule

Um eine reine Integrationsschule für Flüchtlinge zu vermeiden, plant das Ministerium nun die Errichtung einer vollwertigen Berufsschule. Zudem heißt es mittlerweile, das Ministerium habe wegen des ständig wachsenden Bedarfs infolge der zunehmenden Bevölkerungsentwicklung im Großraum München wieder eine höhere Beliebtheit für die berufliche Bildung ausgemacht. Daher würden zeitnah zusätzliche Berufsschulkapazitäten in der Region benötigt, die in den Landkreisen München und Ebersberg entstehen sollten.

Unabhängig von diesen Planungen sollen in beiden Landkreisen kurzfristig die Berufsvorbereitungsklassen für die Beschulung junger Flüchtlinge weiter ausgebaut werden, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises München. Zusätzlich zu den bestehenden Klassen in der Berufsschule München-Land in Riem sollen solche Klassen in Grasbrunn eingerichtet werden.

Landrat Göbel zeigte sich nach dem Gespräch im Kultusministerium sehr zufrieden: "Wir freuen uns über diesen Vorstoß des Ministeriums, weil er uns die Fortentwicklung der beruflichen Bildung für unsere jüngsten Einwohner ermöglicht und eine gute Perspektive für die wichtige Integration der Flüchtlingskinder gibt", sagte er. Sein Ebersberger Kollege Robert Niedergesäß (ebenfalls CSU) nennt die "überraschende Nachricht aus dem Ministerium" eine "sehr gute Nachricht". Er verweist darauf, dass wiederholte, frühere Initiativen aus dem Landkreis Ebersberg - zuletzt im Jahre 2013 - abgelehnt worden seien.

Sein Landkreis sei deshalb bislang der einzige in Bayern ohne eine staatliche Berufsschule. "Eine solche Schule würde die Bildungsregion ergänzen und bereichern und nicht zuletzt unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Integration von jungen Geflüchteten leisten."

© SZ vom 29.07.2016 / hilb
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