Bebauung an der Autobahn:Unterhaching fürchtet Belastung und Konkurrenz durch Neubiberg

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Die Firmenzentrale von Infineon liegt direkt an der Gemeindegrenze zu Unterhaching. Nördlich davon sollen weitere Unternehmen angesiedelt werden. (Foto: Claus Schunk)

Der geplante Technologie-Campus auf dem Kapellenfeld wird in der Nachbargemeinde als doppelte Bedrohung gesehen. Einerseits fürchtet man Verkehr und weiteren Druck auf dem Wohnungsmarkt. Andererseits bräuchte die Gemeinde selbst potente Gewerbesteuerzahler.

Von Patrik Stäbler, Unterhaching/Neubiberg

 

Mit Skepsis, aber auch einer Spur Neid blickt man in Unterhaching auf die Pläne in der Nachbargemeinde Neubiberg für einen Technologie-Campus auf dem Kapellenfeld. Der Bauausschuss des Gemeinderats wies in einer umfangreichen Stellungnahme zu dem Vorhaben unter anderem auf die drohende Verkehrszunahme, zusätzlichen Wohndruck und die Folgen für die Frischluftschneise hin. Zugleich warnten mehrere Gemeinderatsmitglieder mit Blick auf die Pläne für das Areal nördlich der Infineon-Zentrale, dass Unterhaching im Wettbewerb um Firmenansiedlungen von den Nachbargemeinden abgehängt werden könnte.

„So ein Quartier wünscht sich jede Gemeinde, die Gewerbesteuern braucht“, sagte etwa Max Heiland (Grüne). Derweil richtete Franz Felzmann (CSU) seinen Blick auch nach Taufkirchen, wo der Hebesatz für die Gewerbesteuer zuletzt kräftig gesenkt wurde. „Unsere Nachbarn weisen attraktive Gewerbegebiete aus und senken die Hebesätze. Das ist eine Riesenkonkurrenz. Wenn wir da kein Konzept haben, wird uns das stark belasten“, mahnte Felzmann. Zugleich wurde aber auch – besonders seitens der Grünen – Kritik an den Neubiberger Plänen laut, die auf der freien Fläche westlich der Autobahn bis zu 25 Meter hohe Gebäuden vorsehen.

„Wir sind gegen eine Bebauung in der Frischluftschneise – das gilt für Ottobrunn, in Taufkirchen neben der Jochen-Schweizer-Arena und auch hier“, betonte Stefan König. In dem einstimmig gefassten Beschluss regte der Ausschuss weitere Untersuchungen zu den möglichen Folgen einer Unterbrechung der Frischluftschneise an. Das Gremium forderte Aussagen darüber, wie sich das Projekt auf den Verkehr auf der Staatsstraße, insbesondere in Richtung Unterhaching, niederschlagen werde.

Zudem solle Neubiberg „die Zahlen und das Verhältnis von Arbeitsplätzen und Wohnungen überprüfen“. Schließlich stehe zu befürchten, dass die Ansiedlung von Firmen auf 160 000 Quadratmetern Geschossfläche den Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in der Region erhöhen werde. „Kinder und Grundschüler aus den Plangebiet“, heißt es in dem Beschluss ausdrücklich, „können nicht in Kindergarten- und Schuleinrichtungen der Gemeinde Unterhaching aufgenommen werden“.

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