WissenschaftGemeinsamer Schutz kritischer Infrastrukturen

Lesezeit: 2 Min.

Eva-Maria Kern, Präsidentin der Universität der Bundeswehr (links), und die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla unterzeichneten den Kooperationsvertrag.
Eva-Maria Kern, Präsidentin der Universität der Bundeswehr (links), und die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Christian Siebold; UniBw M

Die Universität der Bundeswehr in Neubiberg und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt bündeln ihre Kompetenzen in der Sicherheits- und Verteidigungsforschung.

Von Daniela Bode, Neubiberg

SZ bei Google bevorzugen

Aus den Veränderungen in der Weltpolitik ziehen auch wichtige Forschungseinrichtungen in der Region München ihre Konsequenzen: Die Universität der Bundeswehr München mit Sitz in Neubiberg und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das unter anderem einen Standort in Oberpfaffenhofen hat, vertiefen ihre Zusammenarbeit mit einem erweiterten Kooperationsvertrag. Universitätspräsidentin Eva-Maria Kern und DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla unterzeichneten diese Woche das Regelwerk.

Es geht dabei um eine „strategische Partnerschaft in der Sicherheits- und Verteidigungsforschung“, wie es in einer Pressemitteilung der Hochschule heißt. Zentrale Bereiche der gemeinsamen Forschungsanstrengungen sind die Kommunikation und Navigation, der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Erdbeobachtung und Aufklärung sowie das Missionsdesign. Zudem soll das Themenspektrum der Zusammenarbeit erweitert werden.

Die beiden Einrichtungen wollen Kompetenzen und Fachleute mit ihrem speziellen Wissen noch stärker zusammenführen. „Die aktuelle geopolitische Situation zeigt, dass für die Sicherheit Deutschlands und Europas die technologische und digitale Souveränität unabdingbar sind“, sagt DLR-Vorstandsvorsitzende Kaysser-Pyzalla, „dazu intensivieren wir den personellen Austausch und die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten.“

Ähnlich sieht das die Universitätspräsidentin Kern: „In Zeiten wie diesen ist es unerlässlich, Kompetenzen etablierter Akteure in der Sicherheits- und Verteidigungsforschung zu bündeln, um unser Land und Europa zukunftsfähig und resilient aufzustellen.“ Durch die strategische Partnerschaft könnten sie Menschen und Wissen zusammenbringen, um innovative Technologien zu entwickeln und ihr „volles Potenzial für Gesellschaft, Behörden und Bundeswehr nutzbar zu machen“.

Unter anderem wird es um eine engere Zusammenarbeit bei der Satellitennavigation und -kommunikation gehen, wie Michael Brauns, Pressesprecher der Universität erläutert. Gerade in Krisenzeiten sei es noch wichtiger geworden, diese zu schützen. Expertise an der Hochschule gibt es durch eine eigene Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik. Als konkrete Felder der Kooperation nennt ein DLR-Sprecher die gemeinsame Forschung beim Erproben von Satelliten, etwa für künftige Mobilfunkanwendungen. Zudem betrachte man die Resilienz kritischer Infrastrukturen mittels digitaler Zwillinge. Dabei handelt es sich um virtuelle Kopien des jeweiligen Objekts.

Die Universität und das Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeiten bereits bei der Zukunftsentwicklung kritischer Weltrauminfrastrukturen sowie bei Missionsentwurf, Satellitentechnik, Raumflug- und Missionsbetrieb und der Erhöhung der Interoperabilität raumgestützter Services erfolgreich zusammen.  Zudem besteht eine enge Verzahnung zum Kompetenzzentrum für Reaktionsschnelle Satellitenverbringung des DLR. Dieses nutzt Synergien zwischen Sicherheits- und Verteidigungsforschung und baut ein nationales Netzwerk aus Forschung, Industrie und Nutzern auf. Es wirkt dabei als Koordinator und zentraler Ansprechpartner. Die Forschungsaktivitäten der Universität und des DLR indes sind in einen noch größeren Kontext eingebunden, und zwar die aktuellen übergreifenden Initiativen zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Bayern.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Freizeitsport
:Jahrein, jahraus am Riemen reißen

Sie sind schon über 80, doch der Trainingseifer der Altersgruppe bei der Rudergesellschaft München 1972 ist ungebrochen und nur selten eine Frage des Wetters. Wie Rudern selbst bei tiefen Temperaturen und im fortgeschrittenen Alter nicht nur fit hält, sondern auch Spaß macht.

SZ PlusVon Raphael Stüdeli

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: