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Neubiberg:Sparprogramm fürs Rathaus

Gemeinde einigt sich auf Abstriche bei der geplanten Erweiterung

Von DAniela Bode, Neubiberg

Bei der Erweiterung des Rathauses in Neubiberg ist der Weg nun klar: Mit verschiedenen Einsparungen soll das Projekt weiter geplant werden. Im Zentrum steht eine Verkleinerung der geplanten Tiefgarage und ein geändertes Raumprogramm, bei dem etwa der Ratssaal multifunktional genutzt wird. Das hat der Gemeinderat am Montag einstimmig beschlossen. Er folgte damit dem einstimmigen Votum des Sonderausschusses Verwaltungsgebäude.

Weil die Rathauserweiterung zwischenzeitlich mit Kosten von etwa 24 Millionen Euro beziffert worden war, hatte eine Gemeinderatsmehrheit von Grünen und CSU sie gestoppt. Mit der neuen Version halten die Planer einen Kostenrahmen von 20 Millionen Euro für realistisch. "Das ist der Startschuss für die Wiederaufnahme des Projekts", sagte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). Nun gelte es, zügig zu arbeiten und die Weichen richtig zu stellen.

In den vergangenen Monaten hatten sich Vertreter des Sonderausschusses und der Verwaltung unter Begleitung der Projektsteuerer, der Architekten und eines Beraters zur Arbeitswelt 4.0 in Workshops noch einmal verschiedenen Aspekten gewidmet. Unter anderem ergab sich beim geplanten Raumbedarf die Idee, dass der Ratssaal als multifunktionale Besprechungszone genutzt werden und so Raum und am Ende 1,1 Millionen Euro eingespart werden könnten. Auch eine Verkleinerung der Tiefgarage von zuletzt mehr als 90 Plätzen auf maximal 40 Stellplätze ist nun angedacht, was eine Einsparung von 2,4 Millionen Euro bedeuten würde.

Größter Diskussionspunkt war noch, dass nach den Einsparvorschlägen der Planer die Gebäudehülle des alten Rathauses vorläufig nicht erneuert werden soll. Das missfiel einigen Gemeinderätinnen. Vor dem Hintergrund der Klimakrise könne sie nicht verantworten, keine vernünftigen Fenster im Altbau einzubauen, sagte Elisabeth Gerner (SPD). Auch Pascale Kollwitz-Jarnac (Grüne) hielt das nicht für sinnvoll, weil dann die Betriebskosten wie etwas die Heizkosten höher seien. Bürgermeister Pardeller trat dem Eindruck entgegen, man plane ein Gebäude, das energetisch nicht sinnvoll ist. Die endgültige Entscheidung über die Sanierung der Gebäudehülle soll nun vom Ergebnis der Prüfung energetischer Fragen abhängig gemacht werden.

© SZ vom 18.11.2020
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