Energiewende:Neubiberg pocht auf Nachbesserungen beim Windkraft-Konzept

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Neubiberg hat selbst keinen Platz für Windräder, aber die Gemeinde unterstützt die Pläne der Nachbarn. Im Bild ein Windrad in Dachau. (Foto: Niels P. Jørgensen/)

Die Gemeinde will gemeinsam mit den Nachbarn Putzbrunn, Grasbrunn und Hohenbrunn Rotoren aufstellen. Sie fordert deshalb, dass der Planungsverband deren Vorschläge für Vorrangflächen aufgreift.

Von Daniela Bode, Neubiberg

Auch Neubiberg wünscht sich beim Vorabentwurf des Regionalen Planungsverbands (RPV) für das Steuerungskonzept Windkraft Nachbesserungen. Die Gemeinde hat sich vor Kurzem mit den Gemeinden Hohenbrunn, Putzbrunn und Grasbrunn zur "Arge Wind LKM Südost" zusammengeschlossen, um den Ausbau der Windkraft voranzutreiben.

In Neubiberg gibt es zwar keine geeigneten Standorte, aber in Hohenbrunn, Putzbrunn und Grasbrunn kommen Bereiche als mögliche Vorrangflächen für Windkraft infrage. Diese Kommunen haben dem Regionalen Planungsverband bereits Flächen vorgeschlagen. Doch keine davon ist im aktuellen Steuerungskonzept des RPV berücksichtigt, wie die Hohenbrunner Klimaschutzmanagerin Ilona von Schaubert bestätigt. Die Gemeinde Hohenbrunn ist federführend bei der "Arge Wind LKM Südost", von ihr war die Initiative für den Zusammenschluss ausgegangen.

Die Gemeinde Neubiberg bittet daher in ihrer Stellungnahme an den Verband darum, die "Flächen der Arge-Gemeinden, welche in der Suchraumkulisse genannt wurden, aufgrund der Nähe zur fortgeschrittenen Planung in der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn im Steuerungskonzept zu berücksichtigen". Das bedeutet: Sie will, dass die vorgeschlagenen Flächen doch in dem Konzept aufgenommen werden. Laut Klimaschutzmanagerin Schaubert haben sich alle vier Arge-Gemeinden verständigt, inhaltlich abgestimmte Stellungnahmen abzugeben.

Ein Knackpunkt ist laut Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) das Kriterium, nach dem im südlichen Planungsgebiet bei sogenannten Großstrukturen ein Abstand von mindestens 15 Kilometern eingehalten werden soll, um einen zersiedelnden Ausbau zu vermeiden. Diese Vorgabe würde zum Teil bei den vorgeschlagenen Gebieten nicht eingehalten, wie der Rathauschef erläutert. "Wir glauben aber, dass die Regel unnötig ist. Sie greift auch in die Planungshoheit der Gemeinden ein", sagt er. Und so heißt es in der Stellungnahme der Kommune auch, "dass die Planungshoheit zwischen den im Vorabentwurf dargestellten Vorranggebieten" gewahrt werden sollte.

Zudem argumentiert Neubiberg, dass zusätzliche Flächen in den Arge-Gemeinden mit Windenergienutzung die Sichtachse auf die Alpen nicht zusätzlich einschränken würden. Denn auch der Erhalt der freien Sicht auf die Alpen ist ein Kriterium, das der Planungsverband bei der Auswahl eines Vorranggebiets berücksichtigt. Laut der Stellungnahme Neubibergs würden die Arge-Flächen vielmehr eine Großstruktur mit denen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bilden, die die Sichtachse auf die Alpen erlaubt. In dem dortigen Forst war erst vor ein paar Tagen symbolischer Spatenstich für das erste Windrad.

Zuletzt hatte die Gemeinde Grasbrunn ihren Unmut geäußert, dass die von ihr vorgeschlagenen potenziellen Standorte für Windkraftanlagen nicht in dem Steuerungskonzept berücksichtigt werden.

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