Politik:Nazi-Schmierereien beschäftigen Neubiberg

Politik: Ziel von Nazi-Schmierereien: die Grundschule in Neubiberg.

Ziel von Nazi-Schmierereien: die Grundschule in Neubiberg.

(Foto: Claus Schunk)

Bürgermeister Pardeller verurteilt Aktion von vermutlich jugendlichen Tätern und verweist auf Präventionsprojekte der Gemeinde an den Schulen.

Von Daniela Bode, Neubiberg

Nachdem vor einigen Wochen mehrere Gebäude in Neubiberg mit NS-Symbolen beschmiert worden sind, will die Grünen-Ortsvorsitzende Meike Leopold, dass sich die Kommunalpolitik fraktionsübergreifend mit dem Thema befasst. "Mein Anliegen ist, dass Sie das aufgreifen, um zu zeigen, dass diese Form von Rassismus oder Antisemitismus verurteilt wird", sagte sie in der Bürgerfragestunde vor der Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) äußerte sich über die Vorfälle betroffen: "Es sind scheußliche Schmierereien", sagte er. Man habe die Schmierschriften sofort entfernen lassen und hoffe, dass die Verantwortlichen gefasst würden.

Die unbekannten Täter hatten zwischen 31. Oktober und 1. November mehrere Wohngebäude, die Grundschule und eine Bushaltestelle beschmiert. "Das Thema Rassismus verdient ungeachtet des aktuellen Vorfalls unsere Aufmerksamkeit", sagte Pardeller im Anschluss an die Gemeinderatssitzung der SZ. Zugleich wies er darauf hin, dass in Neubiberg seit vielen Jahren zu Diskriminierung, Rassismus und Judenfeindlichkeit sehr viel angeboten werde. Die Kommune arbeite dabei eng mit den weiterführenden Schulen am Ort zusammen. Aktuell stehe etwa das Kulturamt im Kontakt mit dem Gymnasium und der Realschule, wo das Theaterstück "Auf die Straße!" an zwei Terminen für Schüler und Lehrer gezeigt werden soll. Das Stück behandelt das Thema Rechtsradikalismus.

Bei einem Hip-Hop-Konzert, das am 10. November vom Kulturamt organisiert wurde, waren der Umgang mit Gewalt, Sexismus, Diskriminierung und Rassismus Thema. Zudem diskutiert auf Einladung der Volkshochschule Südost am Donnerstag, 7. Dezember, um 19.30 Uhr der in Tel Aviv geborene Autor Igal Avidan mit dem Professor für internationale Politik und Konfliktforschung Stephan Stetter von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg im Haus für Weiterbildung über Perspektiven jüdisch-arabischen Zusammenlebens in Israel.

Der Schaden durch die Schmierereien in Neubiberg beläuft sich nach Angaben des Polizeipräsidiums München auf einen hohen vierstelligen Betrag. Das Kommissariat 44, das für politisch motivierte Kriminalität zuständig ist, ermittelt. Laut Bürgermeister Pardeller geht die Polizei von jugendlichen Tätern aus, nicht von einer organisierten rechtsextremen Gruppe. Die Symbole seien teilweise falsch geschrieben gewesen.

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